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Zeitschrift für die Wissenschaft des Judenthums · 1823-01-01 · 1 (1823) · p. Seite 74

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Journal
Zeitschrift für die Wissenschaft des Judenthums
Volume
1822-1823
Issue
1 (1823)
Date
1823-01-01
Page
Seite 74 (sequence 86)
Language
German
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74 verwenden Scharfsinn, Gelehrsamkeit, Zeit und Arbeit an diese Hciligrhümer, und je tiefer sie schöpfen und prüfen und läutern, je klarer und reiner und sättigender strömen die erhabensten Wahrheiten, die menschenfreundlichsten Gesinnungen und die höchsten Tugendlehren heraus. Auf der Oberfläche sind sie freilich nicht zufrieden; und doch sind die gottseligen Lyhren die daraus gezogen, die Grundlage aller Religionen, welche die Menschheit beglücken. Kann das geläugnet werden? — Aber es ist auch ganz der Weisheit Gottes gemäß und in der Natur des Menschen gegründet. Gott hat uns mit Verstand und Vernunft begabt, und vermittelst der Denkkraft das Vermögen verliehen, Wahrheit von Unwahrheit, Ueberzeugung von Aberglauben, Gutes von Böfem zu unterscheiden. Die Prüfung ist unsre Bestimmung, ist vorzüglich die Pflicht derjenigen Männer, welche zu allen Zeiten berufen sind, die Leiter des Volks zu werden. Sie können schon, getrieben vom eignen Geist, sich nicht erwehren sich dieser Arbeit zu unterziehen. Nicht zufrieden mit dem, was ihre Vorfahren geleistet haben, fahren sie fort, was frühere Forscher aus Mangel der Einsicht, der Erfahrung, der Aufmerksamkeit, übersehen oder vernachlässiget haben, aufs Neue der Prüfung zu unterwerfen, bis es ihnen gelingt das Gold der Wahrheit, so rein von allen Schlacken als es den Menschen hienieden vergönnt ist, zu Tage zu fördern. Ansehen der Person, Anhänglichkeit an das Hergebrachte, Furcht vor Menschen, darf sie nicht hindern mit Freimuth und Kraft in ihren Untersuchungen fortzufahren, denn auch sie sind nach dem Ebenbilde Gottes geschaffen, und die Seelenfähigkeiten sind ihnen nicht umsonst von der

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