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Zeitschrift für die Wissenschaft des Judenthums · 1823-01-01 · 1 (1823) · p. Seite 49

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Journal
Zeitschrift für die Wissenschaft des Judenthums
Volume
1822-1823
Issue
1 (1823)
Date
1823-01-01
Page
Seite 49 (sequence 61)
Language
German
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49 Gutmütigkeit/ Scharfsinn, oder philosophische Tieft gern den, wenn auch weit liegenden Versöhnungspunkt auffindet, in dem am Ende das Fremdartigste zusammenkommt, ist bei der Spaltung des sonst Gemeinsamen nur das bittre Gefühl der Entzweiung und Entfremdung vorherrschend. Auch kommt es hier gar nicht darauf an, wie weit sich die Kluft dieser Ablösung bilde; es ist mehr das jedem Theil inwohnende Gefühl des Besonderswerdens, das aufregt, als die schmerzliche Empfindung der bestehenden Kluft, da ja häufig eine weit größere übersprungen wird. Beleg ist die Geschichte aller Religionen. Daß Catholiken die Anhänger der Augsburgischen Confession, oder auch umgekehrt, in der Zeit des beginnenden Schismas ungleich mehr gehaßt und befeindet als die Juden, wird wohl auch der oberflachlichste Blick zugeben müssen: nicht minder bekannt ist, wie Schiiten und die Gläubigen der Sünna sich mit weit scheeleren Augen betrachten, als dies je Musulmanner und Christen gethan. Und so wäre denn ein Grund fichtbar, warum die glaubigen Beherrscher des Römischen Reiches der Gesetzgebung über Juden einen milderen Zuschnitt verleihen mußten, als es bei der über Haeretiker und Schismatiker der Fall seyn konnte. Aber da der, von uns eben aufgestellte Grund, wenn er der einzige wäre, auch eben so gut seine Anwendung auf den, doch durch christliche Kaiser stets verfolgten Paganismus finden würde, so müssen noch andere Gründe auffindbar seyn, die auf das Heidenthum nicht zu beziehen find. Dies find aber folgende. Der vielstockige Dom der christlichen Kirche, wie sie sich geschichtlich gebildet hatte, war auf dem einfachen Grundstein des jüdischen Glaubens gebaut, D

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