Zeitschrift für die Wissenschaft des Judenthums
- Journal
- Zeitschrift für die Wissenschaft des Judenthums
- Volume
- 1822-1823
- Issue
- 1 (1823)
- Date
- 1823-01-01
- Page
- Seite 45 (sequence 57)
- Language
- German
- Belongs to
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45 von jenem/ weitschweifigen Parallelismus und üppigen Bilderschwall/ von diesem Rauheit der Formen, statt früherer energischer Kürze, und der innerlichsten Ausbildung bei äußerer Begränzung angenommen hatte; als die Zeit statt des Gesanges der früheren Lyriker nicht einmal die Dichteranklange des erst spater wie ein vereinzeltes Wunder aus dem Meere seiner Begeisterung auftauchenden Claudianus aufzuweisen hatte, als mit Hermogenianus auch die besseren Juristen ihren Kreis geschlossen, als endlich neuplatouische Mystik das ganze Reich der Gedanken eingesaugt hatte. Und so mag denn der Empfangenden Art Zeugniß geben für das Empfangene. Aber es gehört noch die zweite Thatsache Hieher zu diesem Zeugniß. Der geistreichste und kraftigste Mann seines Jahrhunderts nicht allein, sondern auch des darauf folgenden, ein verirrter Sohn des trajanischen Zeitalters, Julianus, der letzte Sproß des christlich constantinischen Hauses, von denselben heruntergewürdigt, die Constantinus zum Großen gemacht, ging von der ihm angeerbten christllchen Kirche zum Heidcnthum zurück. Nicht wäre er von der Ltchrreligion Christi umgekehrt zu dem Hei» denthum; seine anscheinende Vorliebe für dieses, ja seine bis zum Tempelbau gesteigerte Judenbegünstigunz sollten nur den Gegensatz recht klar machen, in dem zur Kirche erscheinen wollte. Und so fragt es sich denn, wie das als Staatsreligion auf die römisch-byzantinischen Kaiser überkommene Christenthum mit seinem Begriffsgefolge von Haeresie, Apostasie, Orthodoxie, Catholi» cismus, Schismatik, Paganismus, Secten und dem Oberen der allein selig machenden Kirche, aus