Zeitschrift für die Wissenschaft des Judenthums
- Journal
- Zeitschrift für die Wissenschaft des Judenthums
- Volume
- 1822-1823
- Issue
- 1 (1823)
- Date
- 1823-01-01
- Page
- Seite 29 (sequence 41)
- Language
- German
- Belongs to
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29 verschieden waren seine Ursachen/ und in dieser letzteren Beziehung ist es/ daß wir auf eine scharfe Sonderung, der vorchristlichen und der nachconstantinischen Zeit dringen müssen. Veränderte Ursachen, brachten veränderte Ansichten und Meinungen/ diese aber eine ganz verschiedenartige/ wenn auch immer fast gleich schlechte Behandlung hervor. Innerstes Grundwesen des Polytheismus ist bei unendlicher Zersplitterung der Idee Gottes in die vielfachen Besonderheiten der Erscheinung/ die ungetheilte Einigkeit der Bekenner/ heitere Duldung jedes Religionsgewandes/ und zarte Schonung jedes durch die Anbetung Geheiligten. Wo jeder Naturäußerung, jedem sittlichen Gedanken die eigene Gottheit inwohnt, darf sie keinem Volke, schon als einer bestimmten Be, sonde-heit fehlen. Hat sie ja der Heerd und das Haus, die Stadt und die Familie! Wie aber aus dem Buntgewebe der Mannichfaltigkeit zur esoterischen Eins zurückgeführt werden könne, das ist die Sache weiserer Forschung, nicht der beweglichen Masse. Während die, so sich zur Wahrheit des Monotheismus bekannten, die mit schwerer Mühe errungene entweder als einheimisches Pfund in die finstere Schatzkammer vergruben, oder als Gemeingut den widerstrebenden Gemüthem durch verderbliche/ und ihren ganzen Werth schon vernichtende Mittel aufdrangen/ haben weisere Völker deS Alterthums die Wahrheit nur ihrem eigenen Siege überlassen wollen. Nicht die Wahrheit liebten sie in der Religion der Vater, denn diese ist selbständig und frei, sondern die Väter selbst. Laren und Penaten machten das Haus heilig und die Familie, und die bestehenden Gebräuche volksthümlicher Gottesverehrung