Zeitschrift für die Wissenschaft des Judenthums
- Journal
- Zeitschrift für die Wissenschaft des Judenthums
- Volume
- 1822-1823
- Issue
- 1 (1823)
- Date
- 1823-01-01
- Page
- Seite 15 (sequence 27)
- Language
- German
- Belongs to
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15 Begebenheiten sind nur Manifestationen des sich dewe genden und entwickelnden Geistes, und eben die stufenweise EntWickelung des lebendigen Geistes ist es, welche den lehrreichen Inhalt der Weltgeschichte ausmacht, durch den allein ein richtiges Begreifen der Vergangenheit und Gegenwart möglich wird. Von diesem Gesichtspunkte aus betrachtet, wäre die Geschichte eben so inhaltsvoll und lehrreich, wenn sie eine vollständige Darstellung der Träume der größten Männer jedes Zeitalters lieferte, wiefern wir aus diesen den ledes maligen Standpunkt des Geistes, eben so gut wie aus den Handlungen wahrnehmen könnten. Eine Idee' nun, die sich, wie die des Judenthltms, durch eine so lange Reihe von J^h». Hunderten entfaltet und erhalten hat, die eine so geraume Zeit in der Weltgeschichte lebendig und wirksam gewesen ist, muß eben deshalb in dem Wesen der Menschheit selbst gegründet seyn — und darum für den denkenden Geist die höchste Wichtigkeit und Bedcurung haben. Das Judenthum liegt aber vor uns in einer doppelten Gestaltung, cinm.'! enthalten in historisch-litterarischen Documenten, in einem sehr umfassenden Schriftenthum; zweitens, als noch lebendes Princip, anerkannt von Millionen über den ganzen Erdboden verbreiterer Menschen. Bei diesen ist die ursprüngliche, einfache Idee allerdings durch den Sauerstoff einer feindlichen Athmosphare allmalig gleichsam in einen Zustand der Oxydation übergegangen. Der Zaun, mit dem sie das Gesetz umpflanzten, hat nach und nach so um sich gegriffen, daß er zu einem trotzenden Wall anwachsend den Weg zum innern Heiligthum versperrte, ja das Heitigthum selbst in sich begrub. Aber der freiere,