Zeitschrift für die Wissenschaft des Judenthums
- Journal
- Zeitschrift für die Wissenschaft des Judenthums
- Volume
- 1822-1823
- Issue
- 1 (1823)
- Date
- 1823-01-01
- Page
- Seite 11 (sequence 23)
- Language
- German
- Belongs to
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II unverletzlicher und reiner sich erhalten möge. Diese cigenthümliche, überall mit einem Schleier von Helligkeit und Frömmigkeit umgebene Lebensweise/ gegründet auf eine einzige ihrem Wesen nach höchst einfache Idee, mit ängstlicher Sorgfalt von den Juden festgehalten und von Geschlecht zu Geschlecht übertragen, in sich noch consequenter und starrer zusammengehalten durch den fortwahrenden äußern Druck, diese ist es, welche das Judenthum so lang erhalten hat. Ohne die Lebendigkeit der dem Judenthum ursprünglich einwohnenden religiösen Idee, hätte der Geist jedoch gar bald unter der auf ihm lastenden Masse äußerer Handlungen erliegen müssen; aber das rege innere geistige Princip entfaltete immer neues Leben, immer neue Kraft. Auch bildete sich das Judenthum, neben dieser Pharisäisch-Rabbinischen Verkörperung, nach der rein-geistigen, speculativen Seite aus, zum Theil schon durch die Secten der Essener (Therapeuten) und Sadducäer, dann aber in den Systemen mehrerer mit Griechischer Philosophie vertrauten Juden, endlich später besonders in der Cabbala. So sehen wir die Juden noch im Mittetalter in Gemeinschaft mit den Arabern, als der Islam, der seine vorzüglichsten Dogmen ebenfalls aus dem Judenthum entlehnt hatte, den der Gelehrsamkeit früher zugefügten Schaden vergüten zu wollen schien, besonders in Spanien das Feld der Wissenschaften muthig bearbeiten. Die Juden wurden die Dollmetscher Arabischer Wissenschaftlichkeit für die Europäische Welt. Und als die Wiederherstellung, oder vielmehr die Begründung des eigentlichen wissenschaftlichen Lebens in