Zeitschrift für die Wissenschaft des Judenthums
- Journal
- Zeitschrift für die Wissenschaft des Judenthums
- Volume
- 1822-1823
- Issue
- 1 (1823)
- Date
- 1823-01-01
- Page
- Seite 5 (sequence 17)
- Language
- German
- Belongs to
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5 war/ daher wollten fie keinen zweiten Tempel dulden «eben dem, der als Symbol der Einheit dastand; darum weissagten sie unermeßliches Unglück, wenn nicht alle Staats-Maximen dem religiösen Urprineip gemäß genommen waren; aber sie verkündeten unendliche Glückseligkeit dem Menschengeschlecht, wenn einst die göttliche Idee allgemein anerkannt seyn würde. Die beständigen Spaltungen und Unruhen mußte» indessen den kleinen Jüdischen Staat bald dermaßen schwachen? daß er sich nicht langer gegen dee, nach Universal-Herrschaft strebenden, Rachbarvölker behaupten konnte. Das Jüdische Volk verlor seine äußere Unabhängigkeit, und fand nun seine innere, eigenthümliche Selbstständigkeit, seine Nationalität einzig — in der ihm eisenthümlichen religiösen Welt. Darum war dieses Babylonische Exil der Entwicklung der göttlichen Idee so ungemein förderlich. Jetzt erst wmoe diese mit dem ganzen innern Leben des Inden verwebt und verschmolzen. Der Einstuß, den übrigens Chaldäifche Bildung auf die Jüdische gehabt, ist bekannt. Als nun ein anderer kraftiger Volksstümm die Herrschast über die Völker Asiens an sich riß, als cm neuer siegreicher Eroberer, nach der Weise und dem Geists damaliger Zeit, dre Mehrzahl der bekannten Völker unter ein Scepter zu vereinigen, in eine Universal-Monarchie zu zwangen begann: da konnten die Indens als Feinde der frühern Dynastie, nicht als Feinde der neuen angesehn werden; es wurde ihnen die Rückkehr m ihr Vaterland gestattet. Aber siehe, da begab sich das merkwürdige Ereiguiß: Hunderttausende vom Volke blieben in der Zerstrcuung, und wurden dem Jüdischen Staatstörper mcht wieder ein