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Jeschurun · 1869-07-01 · Heft 4 (Juli 1869) · page 71

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
15 (1868-1869)
Issue
Heft 4 (Juli 1869)
Date
1869-07-01
Page
– (sequence 71)
Language
German
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r Von S.327 discreten Fragen belästige, versicherte er zugleich, daß eine für ihn hochwichtige Angelegenheit an die Antwort vielleicht sich knüpfe. War nicht am vergangenen Tage eine Dame aus diesem Hause in der **Vorstadt in dem Kloster zu den *** gewesen? •— Der De» fragte mußte erst selbst Erkundigung darüber einziehen; doch schon nach wenigen Minuten kehrte er zurück. — Allerdings war eine Dame aus dem Hause am gestrigen Nachmittage in dem genannten Kloster gewesen, Fräulein Jenni Meier, Tochter des Besißers der anstoßenden Fabrik. — Leo schüttelte den Kopf, doch Dal Monte, indem er eine Banknote für die erhaltene Auskunft zurückließ, begab sich ungesäumt in die Wohnung des Fabrikanten und bat um eine Unterredung mit dem Hausherrn. — Herr Meier, einigermaßen überrascht über den unbekannten Besuch, fragte jedoch höflich nach dessen Begehren. Dal Monte bat, ihn nicht für unbescheiden zu halten, wenn auch sein Begehren es vielleicht scheine. Seit vielen Jahren vermisse er eine Verwandte und habe vergebens nach derselben geforscht. Nun habe man ihm berichtet diese Verwandte sei gestern im — Kloster gesehen worden, und wie er glaube in Begleitung von Fräulein Jenni Meier, er bitte daher, Herr Meier wolle seine Tochter nach der Wohnung ihrer gestrigen Begleiterin fragen. Herr Meier war gern bereit; er zog die Glocke und beauftragte die hereintretende Dame, er lasse seine älteste Tochter bitten sich zu ihm zu bemühen. — Wenige Minuten verstrichen und ein junges blondes schönes Mädchen trat in's Zimmer. Der Hausherr war eben in Begriff, die verlangte Frage an sie zu richten, als ein Schrei seines Gastes ihn unterbrach; überrascht blickte er auf den bebenden Mann, in dessen bleichen Zügen bald Staunen, bald Entsetzen sich malte. ״Um Gottcswillen Vater, was ist dir?" flüsterte Leo, voll Teilnahme sprach auch Herr Meier zu ihm; doch Dal Monte rang lange vergebens nach Fassung. ״Verzeihung!" stammelte cr endlich ״ich belästige Sie — aber diese Ähnlichkeit — diese unglaubliche Achnlichkeit— Hastig, doch mit zitternder Hand griff er in die Brusttasche und zog aus einem ledernen Etui ein gesticktes Portefeuille, dessen Farben jedech verblaßt waren. Zitternd öffnete er cs, es war ein

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