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Jeschurun · 1869-07-01 · Heft 4 (Juli 1869) · page 69

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
15 (1868-1869)
Issue
Heft 4 (Juli 1869)
Date
1869-07-01
Page
– (sequence 69)
Language
German
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Don S... 325 euren Sohn, daß Ihr euer Kind sammt eurer Schwägerin nie wieder gesehen — und neu erwachten des Gewissens Qualen. — Denkt euch daber mein Erstaunen, mein Entsetzen, als vor wenigen Stunden eine Dame in den Klosterhof trat, die meiner verstorben nen Herrin tauschend glich. Ich schrie laut auf, wähnte, der jüngste Tag sei gekommen und die Todtm stünden auf — doch bald besann ich mich, euere Schwägerin war's, Ihr wißt ja, wie oft man die Schwestern verwechselte. Ich eilte auf zu, fragte sie nach euerem Kind, warf ihr vor, daß sie euch ohne Nachricht gelaffen und drang in sie, mir den Aufenthaltsort des Kindes zu nennen. Doll Schrecken starrte sie mich an und suchte sich von mir los zu machen; was will das Weib von mir? rief sie in deutscher Sprache, ist es eine Wahnsinnige? Ich wiederholte meine Fragen, mein Derlangen. Sie stellte sich, als habe si׳ die Muttersprache nie gekannt — O Signor, ich zittere für euer Kind, das böse Gewiffen sprach aus euerer Schwägerin Blick." ״Weib", rief Dal Monte, ״lästere den Engel nicht!" Höhnisch verzerrte sick der Nonne Gesicht, ״eure Schwägerin haltet Ihr für einen Engel? — und wie erklärt Ihr es denn, daß sie euer Kind euch vorenthalten, daß sie, ibre Nationalität verleugnend, ihre Muttersprache nicht mehr kennen will?" Voll Unruhe hatte Leo die noch immer zunehmende Erschütterung seines Vaters beobachtet; er hielt das Ganze für ein Hirngespinnst einer wahnsinnigen Nonne und suchte diese seine Ansicht dem Vater durch Zeichen bemerklich zu machen; doch Dal Monte theilte sie nicht. ״Erklärung verlangt Zbr", sprach er erregt, ״daß sie euch, der Mörderin ihrer Schwester, jede Auskunft versagt? tuib sie war es sicherlich nicht, die mein Kind mir vorenthalten, das Kind ist ohne Zweifel der Mutter bald gefolgt .und Angela in ihrem Schmerz konnte es nichr über sich gewinnen ohne das ihr unverdaute Pfand —" ״C, jetzt verstehe ich Alles — doch ich muß das hochherzige Mädchen Wiedersehen; sagt mir, Gianna, wo finde ich sie?" — Die Nonne blickte verstört zu ihm auf. Also darum hatte sie die Klosterregel verletz!, darum sich vielleicht einer harten Strafe

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