Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 15 (1868-1869)
- Issue
- Heft 4 (Juli 1869)
- Date
- 1869-07-01
- Page
- – (sequence 68)
- Language
- German
- Belongs to
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334 Angela.! " i i 1 .; ן 1 ^Die unglückselige Gianua", murmelte sie. ״Erbarmen, Signor, Mbarmev!" ״Fort," schrie er, ״fort! Euer Wort ist Lüge, euer Hauch ist Pest — Ihr habt mich um mein Kind betrogen, ihr habt die Gatti» mir gttnordet, laßt ab von meinen, Sohn! Hinaus!" ״Signor", flehete Gianna, noch immer auf den Kuieen, ״flucht mir; ich habe es verdient, aber glaubet mir, ich habe euere Schwägerin Angela gesehen, die euer Kind euch entführt, — ich habe sie auch avgeredet, aber sie will mich nicht erkennen, stellt sich als verstände sie ihre Muttersprache nicht." ״Lüge, Lüge, nichts als Lüge!" ״Signor, ich habe mich schwer an euch vergangen, aber ich habe geglaubt, ein Gott gefälliges Werk zu thun — doch als euere Gattin, meine milde, gütige Herrin, die nie ein unfreundliches Wort zu mir gesprochen, als sie dem Geschicke erlag, das ich über sie gebracht, — da siel es mit einem Male wie Schuppen mir von den Augen. — Ich wußte in das Sterbezimmer mich zu schleichen, schaute in das durch Kummer und Tod entstellte, einst so süße, schöne Angesicht. — Freuden hätte ich mein Leben gegeben, um das ihre dämi^vzu^erkaufen. — O, Signor, ich habe bereut —״ Ein schmerzlicher Seufzer entrang sich Dal Monte's Brust. Mit bebender Stimme wiederholte die Nonne: ״O, Signor, ich habe bereut. — Wißt Ihr, was es heißt, bereuen? — was es heißt, an jedem Tage sich zu sagen, es sei bester, man wäre nie geboren — an jedem Tage, zu jeder Stunde zu wünschen, man könnte, und wäre es mit seinem Herzblut die Folgen einer unheilschwangeren Stunde auszulöschen. — Und dann die Nachte mit ihren Schrecken. — & Signor, ich habe bereut. — Nimmer konnte ich Ruhe finden trotz der Versicherung des Geistlichen, daß ich ein gutes Werk vollbracht. —? Ruhe suchend ging ich in's Kloster — hoffte durch Gebet und Fasten, hoffte im Umgang mit den frommen Frauen Ruhe zu finden Ln Herz und Gemüth. — Wißt Ihr, was ich fand? — Nein, nein, ich kann's nicht sagen, die Wände haben Ohren. — Aber ich segnete euere Schwägerin, daß sie das Kind den Händen der Geistlichkeit entristen, ich wähnte, sie habe es für euch gerettet. — Erst vor einigen Monaten erfuhr ich dura-