Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 15 (1868-1869)
- Issue
- Heft 4 (Juli 1869)
- Date
- 1869-07-01
- Page
- – (sequence 42)
- Language
- German
- Belongs to
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298 Iudeubekehrrmg und Judenverfolgungen in Rumänien. gar nicht angelegt wurden, die aber jedesmal den Juden gar viel Geld kosteten, denn sie mußten die Suspendirung derselben allemal sehr theuer erkaufen. Nichtsdestoweniger, wurden diese Verordnungen nicht durch andere aufgehoben, sondern sie wurden einfach Bei Seite gelegt, und wenn man Geld brauchte, wieder hervorgeholt. So wurde im Jahre 1844 eine fürstliche Verordnung erlasien, die den Juden verbietet, in gewiffen näher bezeichneten .Hauptstraßen von Jaffy eigene Häuser zu besitzen, ja selbst in Miethe daselbst zu wohnen; dann wurde ibnen verboten, christliche Dienstboten zu halten, und sollte jeder, der kein Handwerk betreibt oder sich nicht im Besitz von 5000 Piaster befindet, als Vagabund über die Gränze gebracht werden. Diese Verordnung wurde nicht ausgerübrt, weil die meisten-Häuser und Kaufläden in den erwähnten Hauptstraßen, in welchen Juden wolmen, den Bojaren gehören, die für deren Pacht so ungeheure Miethe von den Juden nehmen, daß die schlechtesten Laden ebenso theuer bezahlt werden, als die festgebautesten Gewölbe is den ersten europäischen Hauptstädten. Sie sind durcd jüdische Concurrenz zu diesen enormen Preisen gediehen und würden, wenn die Juden sie räumen müßten, ohne Miether verbleiben. Mittelst eines anderen Gesetzes desselben Jahres wurde den Juden verboten, Dorsschenken in Pacht zu halten, aber auH dieses Gesetz kam nicht zur Ausführung, weil die Schenken ebenfalls den Bojaren angehören und die Juden dafür sehr viel Pacht zahlen. Ein späteres Gesetz unterzieht die Juden der Recrutirungspflichtigkeit, aber auch dieses wurde nicht realisirt. Es waren dies einfach Gklderpreffungsmittel. Die Juden haben sich hier im Allgemeinen zur Wohlhabenheit heraufgearbeitet und in den größeren Städten, Bukarest, Jaffy, Botuschan, Fokschany, Foltischm! u. d. m., g:ebl es sehr bedeutende jüdische Handels- und Lanqu erhänser, muunter von sehr großem Vermögen. Die Bojaren find ihne ׳. alle verschuldet. Um sie nun ihre Superiorität als Machthaber im Lande fühlen zu laffen und in den Juden das Gefühl der Abhängigkeit wach zu halten und sie so zur Nachgiebigkeit bei ihren Forderungen zu stim men und in erster Reihe um Geld zu erpressen, — sind jene Gesetze erlaffen worden, welche denn r>L immer den erwünschten Erfolg hatten, denn allemal mußten die Juden die Nichteinführunz dersc.- btn mit großen Summen erkaufen. Es ist dies die alte Geschichte,