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Jeschurun · 1869-07-01 · Heft 4 (Juli 1869) · page 41

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
15 (1868-1869)
Issue
Heft 4 (Juli 1869)
Date
1869-07-01
Page
– (sequence 41)
Language
German
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Iudenbekehrung und Judenverfolgungen in Rumänien. ‘29T jüdischen Ursprung haben kann, besteht im ganzen Orient, und dir Griechen sind es vor Allem, die ihn bei jeder Gelegenheit zur Sprache bringen und somit Ursache von Hetzereien gegen die Jude -, selbst in den von ihrer Heimath entfernten Gegenden, werden. In den rumänischen Hafenstädten, namentlich in Galacz, wird durch griechische Matrosen und die dort ziemlich zahlreich domicilirenden anderen Griechen alle Jahre zu Ostern eine Judenhetze in Seine gesetzt, oder doch angesazt. Die rumänische Geistlichkeit, die noch viel tiefer als die griechische in Aberglauben und Unwissenheit verjunken ist, ergreift gierig diese Gelegenheiten zu Manifestationen jeglicher Art und selbst der Bukarester Metropolit hat es nicht unter seiner Würde gefunden, sich dabei zu betheiligen. Mit den Judenverfolgungen in Rumänien hat es aber noch eine andere Bewandtniß: In früheren Zeiten, als Rumänien unter dem türkischen Drucke noch dem Auslande verschlossen war, wanderten namentlich in die Moldau viele polnische und russische Jubenfamilien «;in, welche , so gut es eben ging, den in diesem Lande gänzlich fehlenden Mittelstand vertraten, Handel, Verkehr und verschiedene Handwerke bekrieben und sich dem Lande auf diese Weise unentbehrlich machten. Als Ln der Folge die autonome Verwaltung dieser Länder eine gewisse Sicherheit bot, strömten vom Auslande Handwerker, Erwerbslrute und Speculanten jeglicher Art in Menge herbei— es wurden zu Bukarest und Jaffy Gewerbeschulen errichtet, wo die Kinder der Eingeborenen, wie bei den eingewanderten Meistern, das Handwerk erlernten; viele wurden auch zu diesem Behufe in's Ausland ge׳ schickt, und so bildete sich aus einheimischen Elementen ein, wen» auch noch schwacher, aber imrner ein Handwerker- und Gewerbestand, der jedoch mit den fremden und namentlich mit den genügsamen und sparsamen Juden nicht concurriren kann, sie also natürlich als Hinderniß seines Fortkommens betrachtet und deshalb auch von ganzer Seele haßt. In dem Maße, als sich auf diese Art die Unentbehrlichkeit der Juden verminderte, begann man nun seinerseits so viel als möglich Nutzen von ihnen zu ziehen. Man nahm theilweise die ihnen verlichenen Freiheiten wieder zurück und erließ gegen sie drückende besetze, die zwar nicht zur Ausführung kamen, weil sie darauf auch

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