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Jeschurun · 1869-07-01 · Heft 4 (Juli 1869) · page 38

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
15 (1868-1869)
Issue
Heft 4 (Juli 1869)
Date
1869-07-01
Page
– (sequence 38)
Language
German
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294 Judenbekehrung und Judenverfolgungen in Rumänien. Deputation und ihre dasigen Genoffen auf den Abend in's Missionsgebäude ein, indem er ihnen einige wichtige Mittheilungen zu machen habe. Das Missionsgebäude war am Abende gedrängt voll, und ich war auch dabei. Der Misfionair bestieg die Kanzel und hielt eine eindringliche Rede, worin er die Israeliten zu überzeugen suchte, daß allein ihre Hartnäckigkeit gegen das Christenthum alle Unruhe, alles Blutvergießen in der Welt Hervorrufe, und daß demnach Ruhe, Heil und Glück nur durch sie der Welt vorenthalteu werde. Wie in Fokschany, so sei es in der Welt immer gewesen und so werde es bleiben, so lange die Juden nicht in sich gehen und sich nicht zum Christenthum bekehren. Hernach aber wird das Paradies auf Erden sein! Weil es nun die Juden seien, die dieses Glück der Menschheit verhindern, find die Menschen auf die Juden so erbost und gegen sie gereizt u. s. w. Dem Misstonair schien dre Gelegenheit zur reichen Erndte günstig, — aber als er mitten im besten Fluffe seiner Rede war, erhob sich auf der Gaffe ein Tumult, Steine flogen an die Fensterläden und weibliche Stimmen riefen unter Verwünschungen nach ihren im Innern befindlichen Männern. Dieser Tumult wurde immer ärger; der Missionair ließ sich nicht abschrecken, würde aber vermulhlrch seine schöne Rede nicht haben endigen können, wenn nicht einige angesehene Judew hinausgetreten wären und das stürmende Volk unter Hinweisung auf die Drangsale ihrer verfolgten Glaubensgenoffen in Fokschany und auf die von jenem predigenden Manne zu erwartende Hülfe, besänftigt hätten. Es ist doch merkwürdig, wie wenig Tact und Menschenkenntniß diese Herren Missionaire besitzen. Die englische Mission hatte in letzter Zeit einen berühmten Prediger, einen getauften Hamburger Juden; er war verherrathet und liebte seine Gattin außerordentlich; da traf ihn das Unglück, daß sie nach kurzer Zeit starb. Sein Schmerz und seine Trostlosigkeit über diesen Verlust muffen sehr groß gewesen sein, denn der Arme griff zu Home's berüchtigtem Auskunftsmittel, der Geisterklopferei, um die Verstorbene zu ctlirer, und dabei kam cs heraus, daß er selbst ein Medium, ein jünger tes viele englische und amerikanische Köpfe verdrehenden Spiritismus sei. Kaum wurde dies in der Stadt bekannt, als sich auch Biele a״ ihn wandten, welche nach dem Jenseits Bestellungen zu

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