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Jeschurun · 1869-07-01 · Heft 4 (Juli 1869) · page 25

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
15 (1868-1869)
Issue
Heft 4 (Juli 1869)
Date
1869-07-01
Page
– (sequence 25)
Language
German
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Der achte Psalm. 281 nur bestätigen. Was unser Psalm vom gesammtmenschheitlichen Standpunkt besingt, das besingt der 8111c vom jüdisch-nationalen und der 34ste vom jüdisch-individuellen. Alle drei haben sie die Laulnung der Menschheit, der jüdischen Nation, des jüdischen Menschen 1u ihrer idealen Bestimmung bin zum Gegenstände. Gehen wir näher auf den Inhalt unsres Psa!ms ein, so ist offenbar der Gedanke, mit welchem das Lied beginnt und schließt, eben derjenige, der den Kern des Ganzen bildet, der im Gemüthe des Sängers als Resultat einer denkenden Betrachtung lebendig geworden, den er somit gleichsam als These an die Sviße seines betrachtenden Liedes stellt, ihm sodann gleichsam die Beweise folgen läßt, aus welchen er sodann wieder als das Endergebniß hervorgeht. Es ist eben der Gedanke, der sein Inneres erfüllt, nnd den er durch die Mittheilnng seiner Betrachtung in gleicher Stärke im Innern seiner Hörer dauernd wach und lebendig rufen möchte. Dieser Gedanke, מה אריי־ שייך בכל האי, ist aber nichts als der Gedanke der sich über die ganze Erde mit siegender Gewißheit verbreitenden Anerkennung Gottes. Ein flüchtiger Ueberblick über den weiteren Inhalt dieses Psalms zeigt jedoch sofort das auffallend Eigenthümliche, daß, während Eingang und Schluß eine Verherrlichung Gottes erwarten lassen, wir gleichwohl mehr eine Verherrlichung des Menschen, eine Schilderung der dem Menschen in der Cotteswelt angewiesenen hohen Stellung, einen Preis der Menschengröße, als einen Lobgksang auf die Größe Gottes vor uns haben. Das ist aber eben das Charakteristische der jüdischen Wahrheit. Jbr ist die wahre Gotieserkenntniß nicht eine metaphysische Einsicht in das Dasein, das Wesen und die metaphysischen Attribute der Gottheit; die wahre Gotteserkenntniß ist ihr die wahre Menschenerksnntniß aus dem Gottesbegriff, ist ihr die ethische Einsicht in das Wesen, die Bestimmung und Aufgabe des Menschen aus dem Gedanken Gottes und seiner Beziehungen zur Welt. Nicht aus sich, aus unserem Ich und unserer Welt Gott zu begreifen, sondern aus Gott uns und unsere Welt zu begreifen, das ist ihr das Höchste. Nicht der Erkenntniß Gottes baut sie ihre Tempel, der Selbsterkenntniß aus Gott und vor Gott sind ibre Heiligthümer geweiht, und in der rechten Menschenerkenntniß ans Gott und vor Gott erklärt sie die Heileszukunft der Menschheit. Sie, und sie allein ist ihr das

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