Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 15 (1868-1869)
- Issue
- Heft 4 (Juli 1869)
- Date
- 1869-07-01
- Page
- – (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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aus jüdischen Sprach- und Sprnch-Gedanken. 2H7 Wir möchten für jetzt nur noch mit zwei Sätze« aus dem Spruch-Schatze unserer Alten schließen, die, wie uns scheint, in einheitlichem Zusammenhänge mit chrer Anschauung des genitischorganischen Charakters alles wahren Unterrichtes stehen. Sie sprechen zum Schüler: 10 babsroobarr lamed ״der zu Schüchterne lemt nichts", zum Lehrer: 10 bakapdau melamed, ״der Ungedoldige, Heftige lehrt nichts", und empfehlen endlich dem Lehrer: Jebi kebod thalmidach chabib aleeha kegehelach, ״die Ehre deines Schülers sei dir so theuer wie die eigene!" Wo die Schule als eine Pflanzstätte mit verschiedener Ent- »ickelurrgsfähigkeit begabter jugendlicher Seelen begriffen wird, und wo der Lehrer sich als «wrvh, als geistigen ״Befruchter", und seinen Unterricht als tdora, als geistige ״Befruchtung" begreift, wo überall in jedem Zögling der ״künftige" Mensch angeschaat wird: dawerden eben die Schwachen, die Minderbegabten ein ganz vorzügliches Augenmerk der Schule und der Lehrer, und da wird die ganze Haltung des Unterkichts, der Lehrer und des Klaffenlrbens ein solches sein, daß eben die Schwachen und Minderbrgablt« Ermurhiguug und Selbstvertrauen gewinnen und nicht, aus Scheu Einfältiges zu fragen und Unrichttges zu antworten, Frage und Antwort', und damit die Möglichkett der Belehrung unterdrücken. Ist doch das, was Schule und Lehrer eb«r diese« Schwachen leisten, vor Gott und jedem einsichtigen Beurtheiler der wirkliche und eigentliche Gradmeffer chrer Leistungen. Nur zu sehr verdunkeln, wie in) der groß« Wett, so auch in der kleinen, der Schule, oft die Glücklichen, Reicherbegabtrn' ihre bescheidener ausgestatteten Genoffen, und nur schüchtern und zaghaft wagt neben ihnen der Minderbegabte einen geistigen Anlauf. Rasch und mühelss gelingt Jenen Glänzendes, wo diese des Zusammennehmens aller geistigen und sittlichen Energie bedürfen, um auch nur ein bescheidenes Ziel zu erreichen. Der sich als ״Moreh" begreifend« Lehrer wird aber dtt in der treuen Mühe des Minderbegabte« sich bethätigende sittliche Willenskraft der glänzenden, aber mühelos ermsgenen Leistung gegenüber vollgilttz in die Wagschale legen, wird A ihr eine Kraft erblicken und pflegen, die oft eine viel werth» vollere Bilduugsgediegenheit für die Zukunft verspricht, als von