Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 15 (1868-1869)
- Issue
- Heft 4 (Juli 1869)
- Date
- 1869-07-01
- Page
- – (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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268 Pädagogische- und Didaktischedenen erreicht wird, die eben in ihrer glücklichen Begabung die sittliche Kunst der Anstrengung nicht lernen und den süßen Lohn erfolgreicher Mühe nicht kosten; er wird Allen gerecht, hier die Leistung wie dort den Willen ehrend anerkennen, und beide zu« gegenseitigen Austausch ihrer Vorzüge ermuntern. Wie der Gärtner m Gottes Menschheit-Garten wird er Geduld, sich auch an kleinen Erfolgen erfreuende Geduld unermüdlich üben, wird, der verschieden sich eutwickelnden jugendlichen Menschennatur eingedenk, die Eigenthümlichkert eines jeden seiner Schüler studiren und möglichft individuell seine Zöglinge behandeln, Allen aber in erster Linie gerecht zu sein sich bemühen, Keinem gegenüber sich eine Ungeduld, eine Heftigkeit verzeihen, uud wiffen, daß, wenn der Erfolg des Unterrichtes wesentlich durch den Respekt bedingt ist, den der Lehrer bei den Schülern genießt, nicht minder wesentlich dieser Erfolg von d« Achtung abhängt, die der Lehrer seinen Schülern zollt, von der Schonung und Pflege des sittlichen Ehrgefühls — wir meine» hier nicht des zum Wetteifer spornenden Ehrgeizes — die er in weiser, gerechter, besonnener Behandlung seiner Schüler zu Hben versteht, und der Forderung unserer Altmeister genügt, die dem Lehrer die Achtung seiner Schüler wie die eigene an's Herz legen. Ein beherzigenswerthes Thema, das wohl eine eigene Br- Handlung verdiente. Wir sind uns sehr wohl bewußt, mit diesen aus den Anschau un gen unserer Alten geschöpften andeuteuden Bemerkungen der Schulwelt nicht eben Neues geboten zu haben. Allein wir glaubte», cs dürfte dem Freunde eines rationellen Schulwesens die Erfahrung nicht unwillkommen sein, wie Das, was aus der ewig sich gleich bleibenden Menschennatur für eine bildende Behandlung derselben refultirt, bereits Erbgut einer frühesten Vergangenheit gewesen, urch insbesondere dürfte ein Einblick in die Erfahrungen und Grundsätze der Männer eine Beachtung aller Zeiten verdienen, deren Aussprüchen wir hier einige wenige der am meisten im jüdischen Kreise bekannten entnommen. Ihnen war ja die Verbreitung geistiger Erkenntniffe und Bildung unter allen Schich- *«1 des Volkes so sehr das allererste Anliegen nationaler Bestrebusgen, daß ste, berufen auf die Trümmer eines zu Grunde