Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 15 (1868-1869)
- Issue
- Heft 4 (Juli 1869)
- Date
- 1869-07-01
- Page
- – (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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aus jüdischen Sprach- und Spruch-Gedanken. 265 jüdische Methode, die überall das ligmor dem lisbor, die syntheti- . sche Mittheilung der analytischen Entwicklung vorangeben zu lasten empfahl, in den meisten Fallen sich auch für uns als das rationellste Verfahren empfehlen. Die Fähigkeit, sinnliche und geistige Eindrücke aufzunehmen, sestzuhalten und beliebig wieder in's Bewußtsein hervorzurufen, die Fähigkeit des Gedächtnisses, ist viel allgemeiner verbreitet und durch stete bewußte und unbewußte Uebunz gestärkt und entwickelt, als tie Fähigkeit, sinnlich und geistig Aufgenommenes zum Gegenstand der Restektion zu machen, aus dem Besondern durch Abstraktion allgemeine Begriffe zu bilden, gewonnene Begriffe nach Inhalt und Umfang zu vervollständigen und zu umschreiben, durch richtige Combination schließend Uriheile zu bilden, kurz, die Kraft des Gedachtnisses, die Fähigkeit synthetisch aufzunehmen und festzuhalten, ist viel allgemeiner verbreitet als die Kraft des Denkens, als die Fähigkeit analytisch aufzulösen und einzudringen. Sie ist es ja auch, die viel früher, die mit dem ersten Sichbewußtwerden der Kindheit, und zwar mit einer Mächtigkeit erwacht, die allein die kindliche Psyche befähigt eine ganze Welt sinnlicher Eindrücke und einen ganzen Sprachschatz geistiger Merkzeichen rein synthetisch aufzunehmen, festzuhalten und mit immer größerer Sicherheit zu Handhaben. Die Entwickelung restektirender Denkkraft tritt viel später ein und reift erst mit Zähren, wenn überhaupt, zu einiger Volleudung. Za, beide geistige Vermögen, Gedächtniß und Denken, stehen hinsichtllch ihres Fortschrittes meist in einem natürlichen Anlagonismus. Zencs hat bereits seinen Höhepunkt erreicht, wenn dieses in das erste Stadium reicher Entwickelung tritt, ja, seine schwäche beginnt oft bereits wenn dieses die Blüchezeit seiner hochsten Vollendung feiert. Diese Oekonomie der geistigen Entwickelung berechtigt zu der Voraussetzung, es werde in dem jugendlichen Alter, in welchem die Schule ihre Zöglinge zu bilden hat, bei einer jeden gegebenen Anzahl Schüler sich eine weit größere durschnittliche Gleichheit hinsichtlich des Gedächtnisses als hinsichtlich eines bereits in Entwickelang begriffenen Denkvermögeos finden, und eben diese gegebene Thatsache dürfte dem ligmor wehadar lisbor unserer Alten, derjenigen Methode, die bemüht ist, von jeder lehrenden Disziplin