Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 15 (1868-1869)
- Issue
- Heft 4 (Juli 1869)
- Date
- 1869-07-01
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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auS jüdischen Sprach- und Spruch-Gedanken. 263 varen es vor Allem diese beiden Kanon ihrer didaktischen Methode, denen sie die Wunder ihres Erfolges verdankten. Das ganze Gehiet der von ihm zu tradirenden Wiffenschaft hatte jeder Meister in -mstvoll gewählte und gebildete Sähe gefaßt, deren letzte Fassung uns noch in den Sätzen der ״Mischna" erhalten ist. Kurz und prägnant. sind die Sätze und geben synchetisch fortschreitend den Gesammtinhalt der zu lehrenden Wiffenschaft. Diese Sätze sind es, die zuerst mit der schärfsten Pracision synthetisch fortschreitend in planer Auffaffung dem Gedächtniß übergeben und durch nimmer ermüdend« Wiederholung zum unverlierbaren Gigenthum gemacht wurden. Sie bildeten den Grundstock der ganzen Wiffenschaft für's Leben, auf sio wurde immer fort rekurrirt, zu ihnen kam man immer wieder und wieder zurück, aus ihnen war alles Weitere zu schöpfen, denn in sie war der ganze Baum der Wiffenschaft in allen seinen Wnrzelkeimen niedergelegt. War daher mit ihnen die synthetische Grundlegung vollendet, und hatten diese Sätze bereits im Geiste der Jünger ihre Triebkraft in gewecktem Nachdenken bewährt, dann begann das Geschäft der Analyse, aus dem Besonder» das Allgemeine zu schöpfen, zurückschreitend Einsicht in die Motive zu ge- Vinnen, vergleickend die sondernden Merkmale des Aehnlichen aber nicht Gleichen zu finden, aus Altem die allgemeinen Grundbegriffe md Grund-Sätze zu ermitteln und sich in ihrer Anwendung auf neue Probleme zu erproben, wie wir das Muster eines solchen analytisch entwickelnden lebendigen Ausbaus synchetisch gewonnener Erkenntniffe noch in den gleichsam stenographisch aufgenommenen Ver- Handlungen jüdischer Lehrhäuser in der ״Gemara" vor uns haben. Andere Gegenstände, andere Lehnveisen, andere Lehrmittel bilden das Tagewerk unserer Schulen. Allein wir glauben nicht allzuschr in der Meinung zu irren, als ob mutatis mutandis die Fundamentalgrnndsätze dieser alten jüdischen Lehrmethode, die dsreok lresara, die prägnante Kürze, insbesondere aber das liAmor ^ettadar Usbor, das Vorangehen der Synthese vor der Analyse, auf der lebendig organischen Natur alles wahrhaftigen Lehrens beruhend, sich auch heute noch für jeden Unterricht, insbesondere aber für den Schulunterricht heilsam bewähren dürften. Wie sehr auch unser heutiger Unterricht der Unterstützung durch dücher, Notizen und sonstige auch durch's Auge zu dem vernehmen-