Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 15 (1868-1869)
- Issue
- Heft 4 (Juli 1869)
- Date
- 1869-07-01
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 91% known words query
- IRI
…/2932754-2933206-2933211--11520-2969019- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
262 Pädagogisches und Didaktischegeteilten arbeitet in ihnen aus sich heraus, gleichsam zurückbildend, die geistigen Berbindungsfasern, die nach und nach die vorhandene Lücke ausfüllen und dem Reuaufgenommenen einen Boden dauernden, weiterwachsenden Aneignens bereiten. Und das ganze Gelingen des Unterrichtes nach sorgfältiger Auswahl des Geeigneten, berubt wiederum auf der Kunst, die geistige Empfaugsfähigkeit des Schülers allgemein zur Empfänglichkeit anzuregen, insbesondere aber das mit dem neu aufzunehmenden Keim bereits vorhandene Verwandte im Bewußtsein zu beleben, die besondere Stelle aufzulockern, die der Fruchtboden des jungen Keims werden soll. Zu dieser horaah kommt dann das lamed, zu der ersten Seimlegung das Festmache» durch stete Wiederholung hinzu, damit die Lehre nicht nur Einmal lekach, ein Einmal Aufgenommenes werde, sondern zu dauerndem geistigen Befitzthum, zu wirklicher Bereicherung des jugendlichen Geistes sich befestige. Es ist aber ferner nichts Fertiges, es find überall nur Keime zu künftiger Vollendung, die wir zu tradjren haben; daher sei es aus allen Disziplinen vtzr Allem das Grundlegende, das Hauptfachlichste, Wichtigste, was wir lehren, und es sei unter Herrschaft des scbannen in Sätze von so prägnanter Kürze gefaßt, daß es mit der Faßlichkeit und Uebersichtlichkeit, welche die Kürze verleiht und Mt die Aufnahme ttt der Gegenwart erleichtern, zugleich die Prägnanz des Inhalts verbinde, die für künftig fortschreitend reicherem Verständniß und vollerer Erkenntniß zugleich die vorbereitenden Keimpunkte bietet. Daher das: jelamed ad am derech kezara, ״suche deine Lehrsätze kurz zu fasten", und: li^uror ledadar lisbor, ״erst für*s Gedächtniß fasten, dann denkend Verständniß und Einsicht gewinnen", worauf die alten jüdischen Meister der Lehre einen so bedeutenden Werth legten, und was sie selbst mit so seltener Meister׳ schaft übten. Sie hatten eine große, reiche,*die mannigfachsten Gebiete umfastende Wissenschaft zu lehren, und das Medium ihres Unterrichtes blieb Jahrhunderte herab nur das lebendige Wort der Lehrenden, das lebendig aufhorchende Ohr der Lernenden. Kei. Buch, keine Schrift kam Schülern und Lehrern zur Hülfe, und Hunderte, ja nicht selten tausende von Schülern der verschiedensten Begabung Md Anlagen saßen zu dm Füßen Eines lehrenden Meisters. Da