Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 15 (1868-1869)
- Issue
- Heft 4 (Juli 1869)
- Date
- 1869-07-01
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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259 aus jüdisches Sprach- und Spruch-Gedanken. griff. Aller Ernst: denn er macht die nimmer rastende Selbstarbeit an dem eigenen Geist und dem eigenen Charakter zur ersten Psticht jedes Lehrers und Erziehers. Er muß sich selbst immer mehr und mehr zu einem solchen Menschen an Geist und Charakter bilden, daß deffen ״Wiederholung" ein Verdienst um das Menschenheil wäre, muß um seiner Schüler und Zöglinge, um seiner künftigen Ebenbilder willen sich ängstlich vor Jrrthümern und Charakter^ schwächen hüten, auf daß er nicht als ein ״Vervielfältiger" des Zrrthums und der sittlichen Schwäche statt eines Mehrers im Reiche des Wahren und Guten sich bewähre. Aber auch alle Seligkeit des Lehrens nnd Erziehens, ja wir wagen es kühn zu sagen, die höchste einem Menschen hinieden erreichbare Seligkeit liegt in diesem Begriff. Er läßt den pflichtgetreuen, Wissens- und charaktertüchtigen Lehrer seinen Beruf als einen solchen begreifen, der wie also kein anderer sonst, unmittelbar an der geistigen und sittlichen Zukunft der Menschheit arbeitet, dem, wenngleich von Menschen ungenannt, ungekannt, und nicht selten verkannt, doch vor Gott die bereits hiniedige Unsterblichkeit gewiß ist. Mit jeder Saat des Wahren und Guten, mit jeder Fähigkeit des Nützlichen und Heilschaffenden, die durch ihn Eigenthum seines Schülers nnd Zöglings geworden, schreibt er vor Gott sich ein in das Lebensbuch seines Schülers und Zöglings, und wo seine Schüler und Zöglinge sich einst tüchtig und wacker im Wiffen und Vollbringen bewähren werden, da ist es seine Tüchtigkeit und sein wackeres Wesen, das in ihnen ״vervielfältigt" fortlebt und sortwirkt. So dürften schon diese Bezeichnungen verschiedener Seiten der lehrenden und erziehenden Thätigkeit des Anregenden und Aufklärenden Manches bieten. Aber als geradezu schöpferisch, die ganze didaktische Kunst nach Ziel und Methode Mit Einem Worte normirend, und alle die bereits genannten Modalitäten beherrschend, erscheint uns der Ausdruck, welcher dieser Sprache der edelste ist zur Bezeichnung des Lehrens, der Lehre und der Lehrer: doruk. die transitive Form von iiarad, Mutter werden, wovon das bekannte: Thorah, Lehre. Dieser Ausdruck begreift ״Lehren" als ein geistiges Zeugen, Befruchten, weshalb auch morek gleichzeitig ״Lehrer" und befruchtenden ״Regen" bedeutet. Eine ganze Fülle didaktischer Weisheit dürfte sich aber 17*