Mannheim
Compact Memory

Jeschurun · 1869-07-01 · Heft 4 (Juli 1869) · page 2

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
15 (1868-1869)
Issue
Heft 4 (Juli 1869)
Date
1869-07-01
Page
– (sequence 2)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
92% known words query
IRI
…/2932754-2933206-2933211--11516-2969015
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

«MR-rו»׳.יז» 258 Pädagogische- und Didaktischeklarer, bestimmter Gedankenform darzureichen versteht, bei welcher der Schüler und Zögling nicht zweifelhaft bleibt über das ״Was" und das ״Wie" Etwas gemeint sei, bei welcher das eigentlich Fest, zuhaltende nicht in einem Schwall überflüssiger, oder den zu lehrenden Begriff nur umschreibender Worte ertrankt wird, so daß aus Alle« rr»r eine schaltengleiche Ahnung dem Schüler und Zögling von dem neu zu fastenden Gedanken entgegendämmert, nicht aber ein klar und deutlich umschriebenes Lichtbild mit Pfeilesschärse und BAtzeSklarheit in Geist oder Gemüth, oder, in beides zugleich eindringend seinen Platz findet. Eine Aufgabe, die die wesentlichste Anforderung an Lehrer und Erzieher setzt, zuerst selbst über das zu Lehrende oder zu Fordernde in voller entschiedener Klarheit zu sein. Westen Jemand gewiß und sicherist, und wofür er selbst mit dem Ernst der Entschiedenheit im eigenen Leben einsteht, dafür findetr das Wort leicht die allein entsprechende Kürze und Entschiedenheit des Ausdruckes. Nur der Unklare und Schwankende bedarf vieler^Worte, um die Halbheit des Wiffcns oder Lebens zu umschleiern. Sie hat daher auch ihr schönes lekach, womit sie die Lehre nicht nach dem Tradiren, sondern nach der Aufnahme, nach dem Fasten und Behalten des Lernenden kennzeichnet, und zu dem Lehrer spricht: Und wenn du eine ganze Stunde mit Eifer und Wärme gesprochen und docirt, gelehrt hast du nur so viel alS dre Schüler gelernt. Es muß dir vor Beginn eines jeden Unterrichtes klar sein, was in dieser Stunde deine Schüler lernen, daS ist ja eben im lekaed-Begriff: in sich aufnehmen sollen, und eS muß am Schluffe des pnterrichtes dir die Ueberzeugung klar sein, daß sie es gelernt, -und nur nach dem größern oder geringer» Maaße dieses GeMgms^m dir mehr oder minder das drückende Gefühl erspart, ve/gebens gearbeitet, das ist eben: nicht gelehrt zu haben. Und sie hat die henlkhe Bezeichnung alles Erzirhens und Lehrens durch rabak, wovon j^das bekannte ״Rabbi", das nicht wie maxister nnd Meister den ״Mehrfeienden", sondern den ״Mehrer", und das Geschäft alles Lehrens und) Erziehens, als ein ״Sickvrrmehren", als das Bestreben begreifen läßt: sich in dem Schäler und Zögling zu wiederholen, Schüler und Zöglinge zu seines Ebenbildern an Geist und Charakter zu machen. Aller Ernst und alle Seligkeit deS LehrenS und Erziehens liegt in diesem Be-

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.