Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 15 (1868-1869)
- Issue
- Heft 3 (April 1869)
- Date
- 1869-04-01
- Page
- – (sequence 71)
- Language
- German
- Belongs to
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249 NS» S. .. Zietet ihre Ehre zu wahren." ״Und war das für eine Ehre sei« wftfjte״, entgegnete voll Verachtung der Jude, ״der die losen Worte eines Buden mich berauben könnte." Endlich gelang es ihm, aus dem wüsten Kreise sich loszumachen und das Freie zu gewinnen, er athmete hoch auf; nicht geringe Ueberwindung hatte es iHn gekostet, die. Herausforderung des Böhmen zurückzuweisen. Gar zu gerne hätte er desien Hohn und UeLermuth gezüchtigt, und wohl war er es sich bewußt, daß er von nun an sehr vereinzelt dastehen werde, von der Mehrzahl seiner Bekannten gemieden. — Und so war es auch, nur Wenige wußten sein Benehmen zu würdigen und schätzten ihn nur um so mehr, die meisten wandten ihm dem Rücken zu, als hätten sie ihn me gekannt. Ein unendlich bitteres Gefühl erfüllte die Brust des jungen Mannes, als er am folgenden Abend ganz allein auf seinem Zimmer sich befand. Er wollte arbeiten, mehrere Bücher lagen aufgeschlagen auf dem Tisch, aber es war ihm kaum möglich, er war nicht im Stande seine Gedanken im Zaum zu halten, immer wieder schweiften sie zurück zum gestrigen Abend, und führten die verächtlichen Mienen, die seine bisherigen Freunde ihm heute ge» zeigt, vor sein inneres Auge. — Sein nächster Zimmernachbar war eben jener Böhme, auch heute hatte dieser es an Hohn und Spott mcht fehle» lassen, und beabsichtigte er daher in den nächsten Tagen seine Wohnung zu wechseln. Nachdem er diesen Entschluß gefaßt, gelang es ihm endlich, wenn auch zuerst mit Anstrengung, seine Aufmerksamkeit aus seine Bücher zu lenken, und nun erst fühlte er sich wieder leicht und wohl. — Mehrere Stunden waren so vergangen, Mitternacht nahte, als er die Thüre des anstoßenden Zimmers öffnen hörte, und die heftigen ungleichen Schritte seines Peinigers vernahm. Da ward's ihm doch wieder heiß und schwül, aber nach einigen Minuten vermochte er doch schon über sich selbst zu lächeln und in seiner Lektüre sortzufahren. ^och^nicht lange blieb er ungestört, im Nebenzinmer hörte er Aechzeir^und Stöhnen und dazwischen Fluchen, Hölle und Teufel herbeirufen — und dann wieder dieses Stöhnen und Aechzen. — Sollte der Böhme fourf sein? — Aber wenn auch, er kann ihm doch nicht helfen;