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Jeschurun · 1869-04-01 · Heft 3 (April 1869) · page 64

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
15 (1868-1869)
Issue
Heft 3 (April 1869)
Date
1869-04-01
Page
– (sequence 64)
Language
German
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242 Die Verdienste Hetders um die Juden re. — »LA str Mich in der Grundauffaffung dieses Baches unrichtig sei» — als/ hoher Fortschritt und als Bereicherung der biblischen Exegese. ״Schämst du dich des Hohenliedes, Heuchler", ruft er seiner durch französtsche Frivolität und Unfittlichkeit bis ins ' innmste Mark verderbten Zeit zu, — ״so schäme dich auch des Weibe-, das dich empfangen^. und des Kindes, das dir dein Weib geboren, am meisten aber deiner selbst, deiner! — — Bet den Juden war's Gesetz, daß Niemand das hohe Lied vor dem dreißigsten Jahre lesen sollte; die Vorficht war gut:-wie ist sie aber jetzt möglich? Also thue man wenigstens waS man kann, komwe schädliche« Einsiüffen zuvor, werde Freund seiner Kinder, lehre sie, die Bibel als Wort Gottes zu lesen, Ehe und Liebe als Segen Gottes im Paradiese im Sinne der Patriarchen betrachten; ich glaube nicht, daß das hohe Lied hiezu schädlich fei« sollte. Weftveiberch Unzüchtige, heidnische Liebe, schöne Natur der Lgyptischen und ammonischen Weiber, ist nicht darin; nur Eine ist seine Taube, seine Rtine, seine Liebe — sie, die Liebe ihrer Mutter, die seifte Mutter ihm selbst vermählet. Ich bin gewiß, daß wenn eine keusche Matter mit ihr« Tochter, ein würdiger Vater mit seinem Sohn dies Li^ ebea in der Absicht der Bibel durchgehet, als den Kranz reiner Jugendjahre des Geliebten Gottes, als irdischen Lohn und Segen, der dem zarten Sohne Davids, dem süßen Psteger der Gerechtigkeit und Menschenliebe von Gott wurde: jede Blume, woraus die Spinne Gift saugt, wird der ftommen Biene Honig werden, dem unschuldigen Kinde ein Zweig vom Baume des Leben-". Aber nichts kommt der Verehrung gleich, die' er für das Buch Hi ö b hegt. ״Wenn eS kein Fürst geschrieben hat", ruft er entzückt auS, (Geist der hebr. Poesie Gespr. IV.) ״so ist eS eines Fürste« wetth: denn seine Denkart ist königlich und göttlich! — Die schönsten Beschreibungen von Gottes Eigenschaften und seiner Weltregierung die beredtesten Trostgründe, und was man über Providenz und Mevschenschiäsal für und wieder hegen kann, sind durch's Buch hin zerstreuet; die höchste Aufrichtung und Lehre ist aber die Einfassung des Büches selbst — Epopee der Menschheit, Theodicee Gottes, nicht in Worten, sondern im Verhängniß, in seiner stillen That."

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