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Jeschurun · 1869-04-01 · Heft 3 (April 1869) · page 60

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
15 (1868-1869)
Issue
Heft 3 (April 1869)
Date
1869-04-01
Page
– (sequence 60)
Language
German
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238 Die Verdienste Herderum Ne Juden re. sHvärAt Gewild umher. Rach Raub brüllen junge Löwen und Verlangen Speise von Gott. Erscheint die Sonne, so heben fie sich davon und lagern fich in ihren Höhlen; dann geht der Mensch zu seiner Arbeit, zu seinem Tagewerk bis Abend." Man erstaunt, m einer lyrischen Dichtung von so geringem Umfange, mit wenigen großen Zügen, das Universum, Himmel und Erde geschildert zu sehen. Dem bewegten Elementarleben der Natur ist hier des Menschen stilles, Mühevolles Treiben vom Anfang der Sonne bis zvm Schluß des Tagewerks am Abend entgegengestellt. Dieser Eontrast, diese Allgemeinheit der Austastung in der Wechselwirkung dev Erscheinungen, dieser Rückblick auf die allgegenwärtige, unsichtbare Macht, welche die Erde verjüngen oder in Staub zertrümmern kann, begründe» dafeierliche einer minder lebenswarmen und ge- «üthlichen als erhabene» poetischen Dichtung." — Aber nicht nur das Poetische und Ewig schöne der Bibel, sondern auch ihr Grundgedanke, der Monotheismus, findet in H. ecken estrige« Commentator und beredten Anwalt. ״Im ersten Schöpfungsbilde" sagt er (״Geist der ebräischen Poesie" Gespr. ly Ist der Begriff der Einheit Gottes^- des Schöpfers, unverkennbar. Dies, düukt mich, hat dieser Poesie der Morgenländer eine Erhabeoheit und Wahrhett, eine Einfalt und Weisheit gegeben, die glücklicher Weise die Leiterin der Welt ward. Es ist unsäglich, welche Schätze der Aenntniß und Moralität des Menschengeschlechts a« Begriff der Einhett Gottes zu hangen bestimmt waren. Er wandte vom Aberglauben, mithin auch von Abgötterei, Lastern und Scheusale priviligitter göttlicher Unordnung weg; er gewöhnte daran, überall Einheit des Zwecks der Dinge, mithin allmällig Naturgesetze der Weisheit, Liebe mrd Güte zu bemerken, also auch in jedes Mamüchfaltige Einheit, in die Unordnung Ordnung, in's Dunkel Licht zu bringen. Zudem die Welt durch den Begriff eines Schöpfers pr ecker Welt (Loswo8) ward, machte sich auch der Abglanz derselbe», das Gemüth der Menschen, dazu, und lernte Weisheit, Ordnung.und. Schönheit. Welche Lehre und Poesie der Erde hiezu beigetragen hat, hat die nützlichsten Dinge bewirket; unsere Poesie hat's vorzüglich. Sie ist der älteste Damm gegen Abgötterei gewesen, den wir kennen^ sie goß den ersten schotten Lichtstrahl der Eckhett. und Ordrwng iss Chaos der Weltschöpfung." —

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