Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 15 (1868-1869)
- Issue
- Heft 3 (April 1869)
- Date
- 1869-04-01
- Page
- – (sequence 59)
- Language
- German
- Belongs to
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-i» Hsrtrag »«t -dolf Lohyt. W7 Mre Herder nicht mit her leuchtsndon Fackel des Prrständmjfts str die Bibel feinem Aahrhmchertr vorangegaugen, so hätte der gr^te Naturforscher der neueren Zeit, dessen hundertjähriges Jubiläum vir in diesem Jahre feiern werden, Alexander v. Humboldt j« 2. Theile seines ״Kosmos" nicht jene schönen Worte über die biblische Weltanschauung geschrieben, die viel zu charakteristisch und vod erhabm sind, als daß rch sie hier nicht — wenigstens bruchßücksweise — mittheilen sollte. ״Es rst ein charakteristisches Kennzeichen der Raturpoesie der Hebräer", sagt begeistert der sonst so nüchterne Naturforscher, »daß, als Refiex des Monotheismus, fie ßets das Ganze de- Weltalls in seiner Einheit umfaßt, sowohl bas Erdeuleben als die leuchtenden Himmelsräume. Sie wollt seltener bei dem Einzelnen d« Erscheimmg, sonder» erfreut sich der Anschauung großer Mafien. Die Natur wird nicht geschildert als M für sich Bestehendes, durch eigene Schönheit Verherrlichtes; dem hebräischen Sänger erscheint sie immer in Beziehung auf eine höher waltende geistige Macht. Die Natur ist ihm et» Geschaffen eH An geordnetes, der lebendige Ausdruck der ALgegenwart Gottes m den Werken der Sonnenwelt!" — ״Man möchte sage», daß kr dem 104. Psalm bBild des ganzen Kosmos dargelegt ift: Der Herr, mit Licht umhüllt, hat de» Himmel wie ei»en Teppich ausgespannt. Er hat den Erdball auf sich selbst gegründet, daß er i» Ewigkeit nicht wanke. Die Gewässer quell« von den Bergen herab in die Thäler, zu den Orten, die ihnen brschiede»: daß sie nie überschreiten die ihnen gesetzte» Grenze«, aber tränken alles Wild -es Feldes. Der Lüfte Vögel singen unter dem Laube hervor. Saftvoll stehen des Ewigen Bäume, Libanons Zedern, die der Herr selbst gepflanzt, daß sich das Federwild dort niste, mck auf Hannen sein Gehaus der Habicht baue." Es wvck beschrieben da- ״Weltmeer, in dem es wimmelt von Leben, ohne Zahl. Da wandeln die Schiffe, und es regt sich das Ungeheuer, daß du schufest darin zu scherzen." Es wird ״die Saat der Felder, durch Menschenarbeit bestellt, der fröhliche Weinbau uud die Pflege der Delgärten" geschildert. Die Himmelskörper geben diesem Naturbilde seine Vollendung. ״Der Herr schuf den Mond, die Zeiten einzutheiL», bie Sonne, die das Ziel kennt ihrer Bahn. Es wird Nachts da