Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 15 (1868-1869)
- Issue
- Heft 3 (April 1869)
- Date
- 1869-04-01
- Page
- – (sequence 57)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 90% known words query
- IRI
…/2932754-2933206-2933210--11492-2968990- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
m ®m öorttag von Adolf Po$ui gaben tet Ariadne, der uns auS dem Labyrinthe herausführe, ge- Nicht hat. Sie hat nicht nur .die Angaben der Bibel über sich selbst verworfen, alle Ueberlieferungen der Tradition mit Berachtm^ beseitigt, die einzelnen Bücher der Schrift » die verschwdenstra Zahrhmtdrrte versetzt, sondern auch dü Bücher an sich in Fetzen gerissen, in Stücke zerhackt und deren Glieder über die Jahrhunderte zerstreut. Es wich hiermit jede Sicherheit, uird da jeder einzelne -ritiker von den unbedeutendsten, oft willkührlich angenommenen Merkmalen ausging, so muffen die Arbeiten der bloß kritischen Lchule ewentheils als nutzlos, anderntheils als schädlich anerkannt «erden. Her Hauptgrund, warum die Kritik nicht zu reelleren Erfolgen ge» kommen ist, war, daß sie, jede historisch gegebene Basis verschmähend, von außen her, aus selbstgesetzten Motrven und zufälligen Merk» «aleu chre Folgerungen ziehen wollte; anstatt, daß sie erst Beweise ztgen die Tradition verlangt, und diese unprrteäsch zu prüfen hatte, verlangte sie, daß die Tradition für sich Beweis führe ׳und strebte dabei mit allen: Waffen des sophstischen Scharfsinns, ihr düse Beweisführung unmöglich zu machen. Zum Beispiel: Die UcberschrHt nennt Moscheh als de» Verfaffer des 90. Psalms. Sckbst die unerbittlichsten Kritiker mußten zugestehen, dich in diesem Psalm nichts vorhanden wäre, was dieser Angabe ihreGültig» Kit raubte, daß vielmehr Gedankeninhalt, Charakter, Ausdruck, Form und Inhalt der Zeit Moses entsprächen; dennoch beruhigte sich die Kritik dabei nicht, verlangte von der Tradition zu erweisen, woher sie diese Angaben habe!! und suchte nun aus den willkührlichsten Zeichen irgend eine andere Zeitbestimmung heraus, deren Uasicherheit schon daraus erhellt, daß jeder Kritiker eine andere gefunden. Was hat man nicht versucht, um einen großen Theil der Psalmen in die späteste Zeit, in die makkabaische und spätere has- «onäische zu verlegen! Man hat die kleinsten, unbedeutendsten Merkmale mit den von spätern Geschichtsschreibern gezeichnete« Situationen verglichen und daraus in ungebundenster Art Beweise Macht, anstatt daß man vorher Nachweise, daß die in literarischer Produktion völlig geistesbare und kraftlose Zeit der Makkabäer und Hasmonäer vermocht hätte, einen solchen neuen Aufschwung der Psalmendichtung hervorzubringen." — Der ganzen historisch-kritischen Schule ist die Schristausleguag