Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 15 (1868-1869)
- Issue
- Heft 3 (April 1869)
- Date
- 1869-04-01
- Page
- – (sequence 55)
- Language
- German
- Belongs to
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233 Gin Fortrag von Adolf Kohut. Ik-pfe fühlten zwar instinktiv, daß es nicht geheuer wäre und daß ßttv s faul wäre im Gebiete der biblischen Exegese und Hermeneutik — aber erst die zermalmende Kritik von Seiten Herders zeigte die ganze Hohlheit und Nichtigkeit der rationalistischen, reformistischen -vffaffung der heiligen Schriften. ״Von Des-Cartes, Keplers und Newtons Zeiten" ruft er in her ״ältesten Urkunde des Menschengeschlechts" S. 31 ff. entrüstet ays ״hat es jedem Philosophen gebührt, eine neue Welt zu sch ffen, und jedem Tbeologphilosopben, den alten Moses zum neuen Schüler dieses neuen Lebrers zu machen, zum kindischen, lebrb--giengsten -naben jeder Metaphysik, Physik, und neuer Künste. Bibeln und Weltgeschichten, Philosophien und philosophische Historien, Physiken und Dogmatiken sind davon voll. Die berühmtesten und thörichtesten Namen und neben einander — da steht die kleine, simple, schlichte Offenbarung in» Text wie ein abgerissenes User, und vom Ufer hinab, eine Sintstuth Noten, Erklärungen, Auslegr ngen, Auslegungen der Auslegungen — Unsinn!" — — Mit Dr. M. Lurher ist Herder der Ansicht, ״daß wir Moses und die Propheten auf dem Pult sitzen lassen und wir hienieden zu ihren Füßen hören, was sie sagen und nicht sagen, was sie hören müssen."- In einem großen und kühnen Werke wandte sich Herder gegen diese oben genannten Grnndübel in der Exegese; ein Werk, das das Originellste und Geistreichste ist, was der Feder Herders entflossen vud das von seinen Zeitgenossen als großartiges Meteor angestaunt Md als neuer Stern, ausersehen, den Orient für das Abendland zu erleuchten, mit Enthusiasmus begrüßt wurde. — ״Die älteste Urkunde des Menschengeschlechts, eine nach Jahrhunderten enthüllte heilige Schrift." Welche coloffale Anstrengung dieser Kampf erforderte und welche große Verdienste in diesem Kampfe sich der gewaltige ״Ritter des Geistes" errungen, werden wir leid t ermessen können, wenn wir einen flüchtigen Blick aus den jetziger׳. Stand der Exegese und Hermenentik werfen. Es scheint zwar paradox, aber es ist leider Eur zu wahr; in der heutigen Exegese — vorzugsweise in der ״historisch kritischen" Schule — grarsiren g rn z und gar dieselben Gruudübel, wie anno 60—70 des