Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 15 (1868-1869)
- Issue
- Heft 3 (April 1869)
- Date
- 1869-04-01
- Page
- – (sequence 54)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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232 Die Verdienste Herders um die Juden re. ursprüngliches Licht nehmen soll, so geht es (auch den Inhalt du Göttlichkeit abgesondert) mit den schönsten Urstücken der Bibel David und Hiob dachten nicht, daß sie Horaz und Aeschylus Collegen werden müßten, um, was sie sprachen, auf seiner ersten Stelle zu sehen und zu empfinden. Auf wen sie nicht für sich wirken — ich zweifle, ob sie auf diesen auch mit allem FMergolde voll kleiner elektrischer Strahlen, wie sie wollten, wirken uKrdeo." -״Lo wt h" fährt H. fort ״hat insonderheit diese poetische Luft verbreitet.-Er gab nach England's Weise Prälektionrv, wollte seinen Gegenstand al> ovo aufnehmen und nach griechischer und römischer Art behandeln; er wählte also auch griechische und römische Namen, und beliebte das Fachwerk der neuern Poetik, ob's gleich seinen uralten, morgenländischen, heiligen Objekten nicht angemessen war. Daher die manchmal unpaffenden Fragen und Gesichtspunkte: ob das Buch Hiob ein wahres Drama? Das hohe Lied ein wahres theokritisches Heldengedicht sei? Sammt und sonders gehören sie unter kerne dieser Klassen und Arten: nicht blos, weil (Regeln nach) keine dies« Klaffen und Arten erfunden war, sondern well überhaupt kein biblischer Scribent (im Sinne der Griechen und Römer, geschweige der Neuern) Dichter sein wollte. Seine Poesie war nicht Kunst, sondern Natur, Beschaffenheit der Sprache, Nothg edrungen h eit des Zwecks, der Wirkung. Zedes seiner schönster! Stücke ist rein individuell und verliert bei dieser Ktassisikation aus anderen Zeiten und Völkern eher, als daß es dadurch gewinne; es wird von seiner lebendigen Gegenwart zu eurer Wolke des sein sollenden Geschmacks verdämmert." — — Auch auf den Krebsschaden und das alte Grundübel aller und jeder Schriftauslegung, die leere Hypothesenmacherei, willkührliche, die Maßora gar nicht, oder nur sehr wenig, beachtende Conjekturalkritik und die hochgelehrte, mit weithergeholten, langen und breiten Eitaten gespickte Cat euen sch reibe rei legk er das scharfe Secirmeffer seiner tief cinschneideuden, bis auf den Grund dringenden Analyse. Die wenige» denkenden, in derSmt׳ flnth der Commentare, womit die rationalistischen, wäfferigen 8#- geteu der GOer und 70er Jahre des vorigen Jahrhunderts das ') H h überschwemmten, noch nicht gänzlich untergegangeuen