Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 15 (1868-1869)
- Issue
- Heft 3 (April 1869)
- Date
- 1869-04-01
- Page
- – (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 93% known words query
- IRI
…/2932754-2933206-2933210--11445-2968943- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
198 Die Hypothesen der Dibelkritik. Der Grund des Vorkommens des Gottesnamens 'n in 8f 21 ergibt sich aus den obigen Erklärungen zu diesem Verse und aus der schon im Oktoberhe^e des vorigen Jahrganges angeführten Interpretation dieses Gottesnamens, in der nachgewiesen rst, daß derselbe, wie schon von den Weisen gelehrt wird, טדת הרהטים, die in barmherziger Liebe den Menschen erziehende, zu neuer Zukunft Kraft verleihende Gotteswaltung andeutet. Da nun aus obigen Erörterungen, durch die an sämmtlichen Stellen, an welchen in den angeführten, von der Bibelkritik als interpolirt bezeichnetcn Stücken der Gottesname 'ה vorkommt, der Gebrauch desselben sich aus inneren Gründen, als auf dem durch sprachwissenschaftliche Forschungen festgcstellten Wortsinne beruhend, erklärt, ergibt sich hieraus die Nichtigkeit der Annahme der Bibelkritik, die aus dem Gebrauche des erwähnten Gottesnamens auf eine Verschiedenbeit der Verfasser schließen will. Den auf die ״Sprache" d. h. auf das Vorkommen der Worte גבור, מוצא חן, ההל und בעבור gestützten Grund der Bibelkritik haben wir hier nicht mehr zu widerlegen, nachdem wir bereits im Oktoberhefte des vorigen Iahrg. nachgewiesen haben, daß dieses zu Nr. 6 der im vorigen Artikel charakterisirten Beweisarten der Bibelkritik gehörende Argument auf durchaus unbegründeten, von willkürlichen Voraussetzungen ausgebenden Kreisichlüffen beruht. Ebenso nichtig ist die Behauptung, daß ״die einzelnen Fragen: ״woher die Riesen? woher die Kürze des menschlichen Lebensalters? ״woher die feste Ordnung der Zeiten? besser zum reflektirenden ״J....sten als zum schlichten E ..sten passen." Abgesehen davon, daß die Annahme, als seren in den betreffenden Stellen.die Fragen über Entstehung der Riesen und die Kürze des menschlichen Lebensalters beantwortet, auf Unverständniß des Textes beruhen, da, wie durch die obigen sprachlich begründeten Erörterungen der hieher gehörigen Verse nachgewiesen ist, in denselben nur die Existenz der Riesen erwähnt und die Frist angegeben ist, die der Menschheit vor der Sündflutb zur Besserung gegeben wurde, entbehrt jene zu Nr. 2 der geschilderten bibelkritiseben Argumente gehörende Beweieart auch des Scheines einer wissenschaftlichen Berechtigung, da cs offenbar eine Verkehrtheit ist, einem Bericht, aus dem sich gewisse Erscheinungen erklären lassen, darum eine reflektirende Thätigkeit zuzu-