Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 15 (1868-1869)
- Issue
- Heft 3 (April 1869)
- Date
- 1869-04-01
- Page
- – (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 93% known words query
- IRI
…/2932754-2933206-2933210--11444-2968942- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Non Dt. I. Gugenheimer. 187 dm in der Thora gegebenen Lehren über die Opfer widersprechen, auf dem Streben beruht, aus den nachpentateuchischen biblischen Schriften durch Entstellung ihres Sinnes eine Berechtigung zur Geringschätzung und Abschaffung der in der Tbora niedergelegten Gottesgesetze zu deduziren. Es ist nicht wahr, daß in der Thora die Opfer als Handlungen hingestellt werden, die allein schon zur Abwendung des ״Gottesgrimmes" dienen sollen oder können, und es ist ebensowenig wahr, daß die Propheten stch gegen die in der Thora gebotenen Opfer aussprachen. In der Thora sind die Opfer als Mittel zur Hingebung der ganzen Persönlichkeit an die vollständige Erfüllung des Gotteswillens geboten, und alles, was von den Propheten und Hagiographen gegen die Opferbandlungen ihrer Zeitgenoffen ausgesprochen wurde, ist nur eine Conseguenz des in der Thora durch den Ausdruck ריח ניהח angedeuteten Zweckes der Opfer. — ״Ihnen steht mit niederschlagender Abwehr der Rame 'ה beim ״Opfer entgegen, dem auch hier Noa den Altar baut, und den ja ״auch die Stirne des jüdischen Hohenpriesters jeder unlautern Trü- ״bung des reinen Opfer-Gedankens abwebrend entgegentrug. ',לה ״also gnade auf diejenige Gotteswaltung blicken unsere Opfer bin, ״die nicht die Vernichtung will, sondern das Leben, ja, von der ״eben das Leben und alle Zukunft kommt, d'.e in jedem Augenblick ״bereit ist, neues Leben, neue Kraft und eine neue Zukunft zu spen- ״dm; man tödtet sich, um von Gott Leben zu gewinnen,*) ״man gibt stch auf und Gott hin, um von Gott, geheiligt und ״geweiht, in den Kreis des göttlichen Lebens auf Er- ״den gehoben zu werden. Da ist nichts von blutiger Dahin- ״gebuna an einen zornglühenden Rachegott. Da ist Heiligung, jedes ״Pulsschlages, jeder Nervenregung und jeder Muskelkraft an Gott ״und an seines heiligen Willens Vollbringung." *) Es wird im vorl. Cemm. schon bei der Erläuterung des Wertes מזבח darauf aufmerksam gemacht, daß זבח dasjenige Tcoten bezeichnet, ״das nicht die Absicht der Vernichtung, sondern der Nahwng hat; זבח heißt ganz eigentlich: Mahl".