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Jeschurun · 1869-01-01 · Heft 2 (Januar 1869) · page 96

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
15 (1868-1869)
Issue
Heft 2 (Januar 1869)
Date
1869-01-01
Page
– (sequence 96)
Language
German
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176 Von S... Signor• ajuto, ajuto! Non sono Zingana, Ebrea io son\“ — Aber auch ihm war ihre Sprache fremd. — Verzweiflungsvoll suchte sie nun durch Zeichen sich verständlich zu machen, doch plötzlich verließen sie ihre schon längst nur mit äußerster Anstrengung zusammengehaltenen Kräfte, wie das Brausen des Meeres scholl es vor ihrem Obr, wie schwarzer Nebel legte sich's ibr vor die Augen -Oh Dio. Dio io mudio!“ fte wankte ״Schma Iisrael!" stammelte sie und brach bewußtlos zusammen. Beide Gatten eilten ibr zu Hülfe, Caroline ergriff das Kind, daS weinend auf der E!de lag, während Herr Meier das Haupt der Ohnmächtigen, das auf einen scharfen Stein gefallen, zu heben sich bemühte. ״Sie ist eine Jüdin die Unglückliche, das hat sie uns sagen wollen, jetzt verstehe ich's wohl, Ebrea sagte sie. Eile, Caroline, rufe die Dienstboten, daß wir sie in's Haus schaffen; wir dürfen sie hier nicht liegen lasten׳" Die elegant gekleidete Dame mit dem braunen Kinde auf dem Arme, lief so rasch sie konnte, dem Wohnhause zu. Wieder sab das Kind sie mit seinen scheuen Augen so freundlich an, schmiegte sich zutbunlich an sie unb lallte Mama, Mama. Die junge Frau vergaß der Lumpen, in die es g! hüllt war und drückte es mit Innig keit an sich. Das Kind, durch diese Freundlichkeit ermnthigt, schlang seine Aermchen um den Hals der Dame und legte seine braune Wange an ihre weiße, aber sie wehrte ihm auch dieses nicht und eilte weiter, Hülfe für die arme Kranke herbei zu holen — Die Dienstboten waren nicht wen'g überrascht, ihre Herrin mit dem zerlumpten Zigeunerkrnd auf dem Arm daher eilen ^u sehen, so sehr sie sich davor scheuten, so wollten sie es dennoch ihr abnehmen, aber sie ließ es nicht los und befahl i^nen, nur rasch auf die Landstraße sich zu begeben, um die dort liegende Kranke in's Haus zu schaffen. Bald war die noch immer Ohnmächtige zu Belte gebracht. Caroline, von ihren leiden Mädchen unterstützt, die, da sie die Herrin selbst thä..g zuzreifcn sahen, ihre Scheu bald überwunden hatten, versuchte alles Mögliche die Bewußtlose in's Leben zurückzurufen, umsonst. Man mußte einen Arzt rufen — Inzwischen hatte eines der Märchen der Kranken die Kleider geöffnet und war nicht wenig überrascht als sie den blendend weißen Busen des braunen Weibes enthüllte; ebenso erging es Caroline, die mit stärkenden

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