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Jeschurun · 1869-01-01 · Heft 2 (Januar 1869) · page 97

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
15 (1868-1869)
Issue
Heft 2 (Januar 1869)
Date
1869-01-01
Page
– (sequence 97)
Language
German
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Angela. 177 Essenzen die Stirn ihr rieb, das Tuch wurde braun und die Stirn weiß. Ihr Gatte, dem sie dieses erzählte schüttelte staunend den Kopf, jetzt war es ihm kein Zweifel mehr, daß die Unglückliche keine gewöbnliche Bettlerin; er hoffte, daß sie in Kurzem sich erbolen, und es ihm vielleicht gelingen werde Näheres von ihr zu erfahren, damit er sie dann in geeigneter Weise w°rde unterstützen können. Doch der Arzt kam, untersuchte die Kranke und erklärte, eine Gehirnentzündung sei ausgebrochen, auf baldige Genesung könne man nicht hoffen. Carolinhatte indessen ein Bad für das Kind Herrichten lasten, die Kleine jauchzte laut auf, als üe endlich wieder einmal im Wasser plätschern konnte; aber auch hier wiederholte sich das Seltsame, das Waster de- Bades färbte sich nach einigen Minuten ganz dunkel, während die Haut des Kindes weiß und glänzend wurde. Entzückt betrachtete Caroline das wunderschöne Kindchen, als «an es nach dem Bade in frische weiße Kleider gehüllt ihr brachte; sie herzte und küßte es und bas Kind nannte sie wieder Mama und ward ihr hiedurch mit jedem Augenblick theurcr — Unter den Lumpen, die man dem Kinde ausgezogen hatte, hatte sich ein goldenes Medaillon mit einem schönen Frauenbild gefunden. Herr Meier ließ es sich geben, es sorgfältig aufzubewahren, ״wenn nur die arme Frau bald wieder aufkommt," bemerkte er, ״ihre Verhältniste müssen ganz eigenthümlicher Art sein, sieht doch die Kleine in der That nicht aus, Äs hätte sie von jeher die Lumpen dort getragen. Doch es wäre vielleicht gut, wenn man das Kind in der Nähe der Mutter ließe, die Arme könnte erwachen und erschrecken, wenn sie das Lind nicht bei sich sähe." ״Du hast recht, Du denkst doch an alles." Sie nickte ihm freundlich zu und begab sich mit dem Kinde auf dem Arm in das Zimmer der Kranken. Diese lag noch immer allem Anschein nach besinnungslos da; die Wärterin, die man auf Rath drs Arztes für sie genommen, und die keinen Augenblick von ihr weichen durfte, berichtete, daß sie ohne die Augen zu öffnen, allerhand unverständliche Worte murmele, am häufigsten das Wort dsmdüiL und dazwischen oft Giuditta rufe, aber eben schien sie etwas ruhiger zu schlummern — Caroline setzte sich zum Bette;

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