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Jeschurun · 1869-01-01 · Heft 2 (Januar 1869) · page 95

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
15 (1868-1869)
Issue
Heft 2 (Januar 1869)
Date
1869-01-01
Page
– (sequence 95)
Language
German
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Angela 175 ״Aber beute über vier Wocken, da werden wir doch mit Gottes Hülfe noch viel, unendlich viel glücklicher sein, denke Dir nur, wenn so ein kleines Engelchen in meinem Arme ruhen wird, desien Pater Du bist — Aber steh doch, Jakob, dort das arme Weib mit dem wunderschönen Kinde, die Zigeunerin meine ich. Mein Gott, wie sie schwankt, sie muß krank sein, oder tst's vielleicht nur Hunger?" Nasch gr ff sie in die Tasche, ließ den Ar::: rbres Mannes los, und ulte durch das nahe Gariencher hinaus ans die Lantstr.ße zu dem armen Weibe hin, das unfähig den Fuß weiter zu setzen, an das Staket des Gartens sich lehnte. Jbr Haupt war aus die Brust, nietergesunkeu und nur mit äußerster Anstrengung bielt sie das Kind in ihren Armen. Mehrere Silbersiücke in der Hand blieb Caroline vor ihr stehen ״Nehmt arme Frau, nehmt" bat sie mir sanfter Freundlichkeit. Doch die Unglückliche schien sie nicht za hören, streckte die Hand nicht aus, das reiche Almosen in Empfang zu nehmen, ~fä frcddonunmeltr sie zitlernd ״fä, freddo־. Aber das Kind batte sich ausgerichlet und betrachtete mit seinen prachtvollen dunkelblauen Augen die schön gekleidete junge Dame vor ihm, plötzlich schien es sich zu besinnen, ״Mama, Mama" jauchzte es uub streckte die runden brauneu Aermchen Carolinen entgegen. Düse fühlt.* sich ergriffen bis in's )in,erste ihres Herzens; sie hatte das Kind buffen mögen, obgleich rin Zigeunerkind. Von neuem bat sie die Arme das Geld zu neh. men, doch umsonst diese regte sich nicht. Endlich überwand sie ihre Scheu und berührte den nackten Arm der Zigeunerin« Diese fuhr zusammen, hob langsam das müde Haupt und blickte der miltherzigen Dame in's Angesicht. Eine mächtige Bewegung malte sich mit einem Mal in den ausdrucksvollen Zügen der Zigeunerin; sie hatte die Haartour wahrgenommen, womit die junge Frau nach jüdischer Sitte das eigene Haar bedeckt hatte. ״Ebrea" fl sterre sie >Edrea-״ — Einen Angenblick schien sie zu überlegen, dann rasch einen Entschluß fastend, richtete sie sich mit Aufbietung ihrer letzten Kräfte aus und mur- ®eite flehend ״aita, Signora, aita! Anch5 io son’ Ebrea.“ Doch Caroline verstand nicht was sie sagte, nur ihren flehenden Ton verstand sie, und winkte dem Gatten sich rascher zu nähern. Bald war dieser, an ihrer Seite, an ihn wendete sich die Arme nun. ״Oh

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