Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 15 (1868-1869)
- Issue
- Heft 2 (Januar 1869)
- Date
- 1869-01-01
- Page
- – (sequence 80)
- Language
- German
- Belongs to
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160 Die Verdienste Herders um die Juden re. als dir Humanität im Menschen; denn wenn wir uns Götter oder Engel denken, denken wir sie uns auch nur als höhere, idealische Menschen. — — Die Humanität ist die verschlossene Knospe der wah en Gestalt der Menschheit.-Dieser Humanität nachzuforschen, ist die echte menschliche Philosophie, die jener Weise vom Himmel rief und sich im Umzange wie in der Politik, in den Künsten wie in allen Wissenschaften offenbart.-Diese Humanität aber muß erst entwickelt und entfaltet werden; denn sie ist uns nur in Anlagen angeboren und muß uns eigentlich angebildet werden. Wir bringen sie nicht fertig auf die Welt mit. Auf der Welt aber soll sie das Ziel unseres Strebens, die Summe unserer Aenntniffe, unser Werth sein: denn eine Angelität im Menschen kennen wir nicht und wenn der Dämon, der uns regiert, kein humaner Dämon ist, werden wir Plagegeister der Menschen. Das Göttliche Ln unserem Geschlechte ist also die Bildung zur Humanität. Die Humanität ist der Schatz und die Ausbeute aller menschlichen Bemühungen, gleichsam die Kunst unseres Geschlechts.^ Die Bildung zu ihr ist ein Werk, das unablässig fortgesetzt werden muß, oder wir sinken, höhere und niedere Stände, zur rohen Thierheit, zur Brutalität zurück." Dies ist der leitende Faden der herderffchen Schriften Jst's also zu verwundern, daß Herder, diese Anschauung auch für die Juden geltend machen wollte? Ist es nicht natürlich, daß Herder, dessen Herz für das Wohl des ganzen Menschengeschlechts so warm schlug, die Juden ״das ausgezeichnetste Volk der Erde" — wie er es selber nennt — mit der ganzen Energie seines Geistes vertheidigte? — Wie verhaßt, wie verabscheut ihm vor Allem religiöse Verfolgungen waren, können wir aus einer Stelle der ״Id en zur Geschichte der Menschheit" erkennen, wo er bemerkt: ״Von Kindheit auf ist mir nichts abscheulicher gewesen als Verfolgungen und persönliche Beschimpfungen eines Menschen über seine Religion. Wen gehet diese als ihn selbst und Gott an? ja, wer weiß nicht, was c n dem Worte Religion, sobald es innere Ueberzeugung und Gefühl betrifft, für tiefe Skrupel und Schwierigkeiten haften? Dem ist dieses, einem andern das aufsinnigste aHößig, zu diesem Ausdrucke kann er sich nicht gewöhnen, von jener frühgefaßten Vorsteüungsart auf keine Weise sondern. An ihr Ham gen seine moralischen Begriffe, an ihr vielleicht seine vornehmste