Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 15 (1868-1869)
- Issue
- Heft 2 (Januar 1869)
- Date
- 1869-01-01
- Page
- – (sequence 51)
- Language
- German
- Belongs to
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66 Wiener Aerzte contra die Beschneidung. 131 fischen Mir und euch. Am 8. Tage soll euch beschnitten werden alles Männliche, für eure Geschlechter. — Derjenige männliche Unbeschnittene aber, der nicht beschneidet das Fleisch seiner Vorhaut, diese Person soll ausgerottet werden von ihrem Volke, Meinen Bund hat sie verworfen". Derjenige somit, der von der jüdischen Gemeinschaft die Anerkennung eines unbeichnittenen Knaben — mit Ausnahme der gesetzlichen Ausnahmsfälle — als eingetreten in die Gemeinschaft des Judenthums verlangt, verlangt ein logisch und sittlich Unmögliches. Derjenige Rabbiner Seelsorger u. s. w., der sich zu einem solchen — übrigens alsdann gleichwohl bedeutungslosen — Ausspruche herbeiließe, würde sich einer Lüge theilhastig machen: mit der Verweigerung derselben aber im Einklang sich befinden mit den Ponulaten des Rechts, der Wahrheit und — der Logik Diejenige jüdische Gemeinde aber, die einen solchen Unbeschnittenen als den ihren, als ihrer Gemeinschaft Mitglied anerkennen würde, würde damit einerseits Mitschuldiger der Pflichtvergessenheit werden, denn der jüdischen Gemeinde liegt die Sorge für die Erfüllung ihres Grundfiatutes, dcH jüdischen Gesetzes ob, insbesondere aber auch gesetzlich in zweiter Linie die Ueberwachung der Vollführung des Beschneidungsgesetzes; andererseits aber würde sie mit einer solchen Anerkennung ihre eigene, sie constituirende Basis verleugnen, sie würde nach Obigem aufhören, das zu sein, was sie bisher gewesen: eine jüdische Gemeinde. Es gibt eben nur Eine jüdische Gemeinde, sowie es nur Ein jüdisches Gesetz gibt. Das jüdische Gesetz und die jüdische Gemeinschaft eristiren nicht ohne Beschneidüng. Demgegenüber haben fteilich die Herrn Doktoren eine seltsam naive Anschauung der Sache. ״Das Hinderniß, welches dem Eintritte nicht beschnittener gesunder Knaben in die Gemeinschaft des Judenthums entgegensteht" ist ihnen nicht ein begriffliches, logisches, rechtlich begründetes; ist ihnen vielmehr nur ein nebensächlicher, faktischer Umstand, ist ihnen ״einzig und allein der Umstand, daß die Geburtsmatrikel, die gleichzeitig Beschneidungs-Matrikel ist, von den Predigern und Religionslehrern geführt wird." 9*