Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 15 (1868-1869)
- Issue
- Heft 2 (Januar 1869)
- Date
- 1869-01-01
- Page
- – (sequence 40)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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66 Wiener Aerzte contra die Beschneidung. UO Tie statistischen Beobachtungen und Mittheilungen aus den verschiedensten Ländern und Gegenden — (oder hätten die ״Herren Unterzeichneten etwa nur pro domo gesprochen, unter der schwäch: lichen, kränkelnden männlichen Jugend nur die Wiener männliche jüdische Jugend verstanden? Tann Würde ja damit sofort gesagt sein, daß diese Erscheinung nur lokal beschränkte Ursachen haben könnte; die Beschneidung, die doch allerorten geübt, diese Erscheinung sonn nirgends Hervorrust, gleichwohl als ihre Ursache bezeichnen, wäre alsdann— wäre es möglich — noch unwisienschastlicher und hohler. Tie Wiener Jugend dürste sich übrigens für dieses ärztliche Attest wenig dankbar bezeigen.) — die Statistik also der verschiedensten Länder und Gegenden weist wiederholt und wiederholt aus die ausnehmend günstigen Gesundheitsverhültnisse der Juden hin, hebt wiederholt den außerordentlich günstigen Procentsatz hervor, den die Lebensdauer im Kreise der Juden ausweift. Es charakterisirt sich von selbst, wenn T e m gegenüber das Elaborat von der Schwächlichkeit und Kränklichkeit der männlichen jüdischen Jugend als einer notorischen, Menschen- und völkerkundigen Thatsache spricht, deren Wahrheit eben schon ihre Notorietät verbürge, sie als ein Axiom dahrn stellt, das keines Beweises bedürfe, weil es nicht bestritten werden kann. Es bedarf dieses Verfahren keines Wortes der Charakterisirung; es qualinzirt sich selber. Ferner aber müßten ja alle die im Elaborate genannten und ungenannten, in einigen ״u. s. w." latitirenden Krankheitserscheinungen, die als mögliche Folgen der Beschneidung dargeftellt sind, und durch sie veranlaßt, ״Hekatomben" bereits geopfert haben sollen, v erhältnißmäßig in viel größerem Maaße sich bei Juden ergeben, als bei den andern Theile n der B evölkeru ng; denn es würden ja zu denjenigen sie veranlassenden Umständen, welche bei Juden und Nichtjuden in gleichem Maaße sich vorfinden, nach dem Elaborate, für männliche Juden noch hinzukommen 1) daß ihr ganzer Habitus ein schwächlicher, kränkelnder, somit ihtten mehr ausgesetzt sei, und i>) eben die Beschneidung. Es müßten alsdann schon längst z. B. Tuberkulose, Scrophulose, Tiphteritis u. s. w., gewissermaßen zu einem Tyvus von ״Krankheiten der Juden" geworden sein, wie — wenn wir nicht irren — weiland Herr M. Dr. Schudt dergleichen Eigenthümlichkeiten des Volkes Israels