Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 15 (1868-1869)
- Issue
- Heft 2 (Januar 1869)
- Date
- 1869-01-01
- Page
- – (sequence 38)
- Language
- German
- Belongs to
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118 66 Wiener Aerzte contra die Beschneidung. Wechslung von Möglichkeit und Wirklichkeit, ״möglicher trauriger Consequenzen" und wirklicher! Wenn sie aber nun weiter die männliche jüdische Jugend als eine ״schwächliche, kränkliche" bezeichnen, und in der Beschneidung und ihren Folgen den ersten Keim auch hierfür suchen wollen — so in das freilich sehr trostreich sür die nichtjüdische männliche Jugend und das andere Geschlecht! Glückliche nichtjüdische männliche und jüdische weibliche Jugend! Bedauernswürdige, arme männliche jüdische Jugend! Noch so jung — und schon so schwächlich und kränkelt und wußte nichts von der j (bleichenden Tücke, weiß nichts davon, daß sie schwächlich ist und kränkelt, weiß bis heute Nichts davon und cs müssen erst sechs und sechzig wiener Aerzte mosaischen Glaubens des Jahres 1868 den sich kräftig und sriich und stark Fühlenden bedenklich über die gelehrte Brille hinweg anschauen, kopfschüttelnd den Puls ihm fühlen und entsetzt ihm zustüstern — : kein Ltcrblicher sonst weiß darum, aber eS ist doch so — du bist schwächlich, du bist krank! — Wahrlich, nur diesen einen Satz brauchte׳ man aus dem Wortschwall des Elaborates zu kennen, um den Geist erkannt zu haben, der hier die Feder geführt, und das Wissenschaftliche Verfahren, dessen glänzendes Ergebniß eben dieser Satz. Ist das ״die ehrliche, ungeschminckte Weise, ohne jegliche llebertreibung" in der zu Werke gegangen zu sein Sie (S. 8) versichern? Wäre die jüdische männliche Jugend in Wahrheit der krüppelhafte, schwächliche Kretin, wäre die Be'chneidüng in Wahrheit der schleichende, decimirendc Würgengel, wie uns dies Elaborat glauben, machen möchte, — die 66 Herrn ״mosaischen Glaubens" hätten nie uitb nimmer diesem Elaborate die Ehre der Gevatterschaft erwiesen. Ter Truck, der Jahrhunderte lang unfern Vätern — ja doch auch ihren— die Lebensarmosphäre verkümmerte, sie in die engsten ungesundesten Winkel pferchte, all die unzähligen Klammern und Klauseln, die jede Lebensenrwtckelung unterdrücken, jede^ Lebensäußerung hemmen sollten, die Vertreibungen, die Jnauisition, der Scheiterhaufen, die Torrur, die Last des Quersackes und der Stachel des Hohns, all dies physische und psychische Elend, und endlich — nach der Bcb.auvtung des Elaborats — die r ך ו. י}•*/ י> *f\ v i v 4 Lu L K grauenhaften Folgen der ununte Momenten, Chittuch, Pria, und Meziza vostlzo m ßiicn!;;Kn B e s ch n e i-