Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 15 (1868-1869)
- Issue
- Heft 2 (Januar 1869)
- Date
- 1869-01-01
- Page
- – (sequence 37)
- Language
- German
- Belongs to
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- Mohel 1× ep/1006163
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66 Wiener Aerzte contra die Beschneidung. 117 Blutungen", ״alle ׳Nachtheile und Schädlichkeiten des Verbandes", ״fruchtbarer Boden für Contagien und Miasmen, mit allen ihren deleteren Wirkungen", ״Blutarmuth", Skrophulose", ״Tuberkulose" u. i. w. —: mögliche Consequenzen der Beschneidung! — ״Syphilis", ״Tiphteritis", ״Entzündung des Zellgewebes und der Venen", ״Brand" u. s. w. —: durch die Operation veranlaßt! Und so gesellt sich die Beschneidung den homerischen Zwilüngsbrüdern hinzu, der Mohel erhält als Zeichen seiner Wirksamkeit das hippokratische Gencht und das schlafende Kind mit der gesenkten Fackel wird zum vorzüglichen Sinnbilde der Beschneidung. Reden wir aber einmal die gefährlichen Gespenster an, rufen wir sie mit ihren Namen — vielleicht ist die alte Sage wahr, daß der Name den Zauber bannt, daß somit begriffliches Erkennen des Gespenstes es seiner Gefährlichkeit entkleidet. Zunächst haben wir allen uns hier ausgesührren ״neuen, ebenso "großen, ja noch bedeutenderen Gefährdungen", welche während der Nachbehandlung eintreten k ö n n e n, denselben Satz entgegenzustellen, den wir bereits oben auszusprechen Gelegenheit hatten. Wenn sie behaupten, daß diese Zufälle sich ereignen können, wenn sie uns selbst einige Fälle namhaft machen würden, in welchen sie eingetreten, so würden sie gleichwohl mit dem Allem gar Nichts besagen, insolange sie nicht zu erweisen vermögen, daß die Beschneidung im normalen Falle diese Zufälle veranlaßt, oder aber sie erweisen, daß dieser normale Fall meist nicht eintritt, vielmehr die Beschneidung meist einen anormalen Verlauf nimmt. Wir gestehen ihnen gerne die Rechtswohlthat des beneficium nondum deducta deducendi et Dondum probata probandi in ausgedehntestem Maße zu. — Zu bewundern ist auch der tiefe, kühne Blick in dessen Besitz die Herrn Doktoren sein müssen, indem sie eine im spätern Alter sich zeigende Tuberkulose, Diphteritis u. s. w. in, keinem Zweifel duldettdem kühnen Selbstvertrauen aus den Blutstropfen zurücksühren zu können vermeinen, den die Beschneidung hervorgerusen. Und das soll man, verlangen Sie, Ihnen auf Ihr Wort glauben? Es sieht das jedem nach Belieben frei — jedenfalls aber entfernt sich auch diese Behauptung nicht von der bisher gewohnten Weise, des Amplisicirens und der begriffswidrigen Ver-