Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 15 (1868-1869)
- Issue
- Heft 2 (Januar 1869)
- Date
- 1869-01-01
- Page
- – (sequence 30)
- Language
- German
- Belongs to
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110 00 Wiener Aerzte contra die Beschneidung. seligsten Folgen für den Fahrenden und Gehenden veranlaßt; die Tagesberichte der Wiener Zeitungen hören nicht auf, von den, in den gebäuften, engen Straßen Wien's stattgehabtcn Ucberfahrungen ru berichten; haben diejenigen der Herren Unterzeichneten, deren Praxis das Fahren gebietet oder erlaubt, etwa aus drefem Grunde das Fahren eingestellt? Eisenbahnen, Postwagen, Dampfschiffe — ״haben Sie die Opfer gezählt, die bier fallen," die Taufende von Menschenleben, die diese Institute alljährlich der Menschheit abver- ' langen? — Ist es nicht schon vorgekommen, daß Wärterinnen das Kind, welches ste auf ihren Armen wiegten, durch plötzlichen Schreck ן rc. veranlaßt, fallen ließen—und dadurch die heftigsten Blutverluste, Gehirnerschütterungen, Brüche, Perkrümmung der Wirbelsäule u. s. w. u. s. w. veranlaßt wurden? Und dennoch, Gehen, Laufen, Fabren, Esten, Trinken, Wiegen u. s. w. gefährlich nennen, wäre lächerlich. Nicht wahr? Ebenso aber aus solchen Gründen die Bescbneidunz. ״Gefährlichkeit" eines Aktes u. s. w. ist ein relativer Begriff, kein absoluter. Die Eisenbahn u dergl. bringt alljährlich so viele Tau׳ sende um Leben und Gesundheit, aber so viele Hunderttausende bedienen sich ihrer, ohne Schaden zu nehmen. Daß unglückliche Zufälle bei und nach der Beschneidung eintreten können, damit ist sonach, gar Nichts gesagt. Daß sie in der Regel hinzutreten, wie vielmal im Durchschnitt unter hundert und tausend Fällen und wie vielmal nicht, das ist es einzig worauf es hier an kömmt. N cht daß eine Bewegung, die Benutzung eines Institutes, die Vornahme eines Aktes u. s. w. unter Umständen Schaden und Gefahr bringen kann, berechtigt uns sie ״gefährlich" zu nennen. Daß dieser Akt, diese Bewegung, diese Thätigkeit u. s. w. in der Regel und nothwendig von diesen Umständen begleitet ist, daß sie den Hinzutritt_dieser Umstände im normalen Falle, als nächste Ursache Hervorrufen, Das macht den Akt zu einem gefährlichen, das berechtigt ihn einen gefährlichen zu nennen. Und Das hätten die Herren Doktoren zu erweisen gehabt., das sich zum tkems xrodLnäi geben müssen — das haben sie wohlweislich nicht gethan, weil nicht vermocht und damit fallen ihre Behauptungen! Nichts wäre doch so leicht und sicher zu erweisen, sollte man meinen, als, wären sie vorhanden, die Leben und Gesundheit bedrohenden Gefahren dieser ״Operation". Nicht noch ein-