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Jeschurun · 1869-01-01 · Heft 2 (Januar 1869) · page 28

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
15 (1868-1869)
Issue
Heft 2 (Januar 1869)
Date
1869-01-01
Page
– (sequence 28)
Language
German
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108 66 Wiener Aerzte contra die Beschneidung. Im sonderbaren Anschluß' an den erwähnten ״Widerspruch" wird versichert, daß ״trotzdem die Anhänglichkeit unserer Glaubensgenossen an die Satzungen und Ueberlieferungen unserer Religion eine derart innige sei, daß es nicht denkbar ist, zu glauben, die Beschneidung werde je aufhören, das zu sein, was sie ist: ein Symbol des Iudenthums. Tem freien Manne aber sei auch sein freies Selbstbestimmungsrecht gelaffen und die Satzungen eines freisinnigen Gesetzes eines Staates, deffen Bürger wir sind, seien uns hei. lig und sollen nicht durch rabbinische Deutungen zunichte gemacht werden." Dieser letztere Satz wird bei Gelegenheit der Beleuchtung des das Elaborat schließenden Antrages in der Größe seiner — im gelinbesten Falle — gedankenlosen Hohlheit sich charakterisiren. Hiernach wird auf die einzelnen Momente der Beschneidung eingegangen. ״Ter erste Akt der Operation sHachittas, die blutige Entfernung der Vorhaut ist der verhältnißmäßig mindest gefährliche; er setzt eine reine Schnittwunde, die bei normalem Verlaufe leicht und schnell heilt. Tie durch den Schnitt verursachte Blutung ist unter gewöhnlichen Verhältniffen und bei Abwesenheit aller Anomalien unbedeutend. Würden sich die Operateure strenge an der gegebenen Instrukrion halten und sich in allen Fällen der Schutzplatte bedienen, so würde die Decapitation der Eichel, die bedeutende und gefährliche Blutungen, Verwachsungen der Harnröhre u. s. w. im Gefolge hat, vermieden werden. Wäre die Beschneidung aut diesen einzigen Akt beschränkt, sie würde Vieles, aber nicht Alles von ihrer Gefährlichkeit verlieren. — Ter zweite Akt der Operation sHaprias die Durchreißung der Schleimhaut-Tuxlikatur mittelst der Fingernägel des Operateurs ist derjenige, welcher der O-peration gerade jenen Grad der Gkfährlichkeit verleiht, den sie hat. Tie Wunde ist eine gerissene; durch den Umstand, daß dies mittelst der Fingernägel geschieht, ist der Vorgang immer ein höchst gewaltsamer, roher, und hat der Operateur es nicht in seiner Gewalt, vie Tiefe und Ausdehnung des Riffes mit Genauigkeit zu bestimmen, da noch überdies das Operationsfeld vom Blute durch den früher gemachten Schnitt überschwemmt ist. Turch diesen Riß werden Gefäße verletzt und die heftigsten, lebengefährlichsten Blutungen veranlaßt; durch ihn wird die Möglichkeit der Uebertragung specistscher Ansteckungsstoffe vom Operateur am das Kind gegeben; durch ihn wird eine wunde Fläche erzeugt, welche die Keimstätte für endemisch oder epidemisch herrschende Krankheitsstoffe abgibl Bis vor wenigen Jahren reihte sich an diese beiden Akte der Overation noch ein dritter, Maziza genannt, der darin bestand, daß die frische Wunde mittelst der Lippen und des Mundes des Operateurs auSgesogen wurde. In Folge der im Jahre 1863 gemachten Eingabe des Toktoren-Collegiums wurde diese Procedur mit Einwilligung der Rabbiner abgestellt und die Operation der Beschneidung auf die früher erwähnten;wer

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