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Jeschurun · 1869-01-01 · Heft 2 (Januar 1869) · page 27

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
15 (1868-1869)
Issue
Heft 2 (Januar 1869)
Date
1869-01-01
Page
– (sequence 27)
Language
German
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66 Wiener Aerzte contra die Beschneidung. 107 Unsere obigen Sätze — mit Ausnahme des letzteren — lauten hvpothetisch — denn also würden wir uns über die hiftonsch-tbeologischen Raritäten, mit welchen das Elaborat seine Leser überrascht, gewundert und also uns gütige Belehrungen in Betreff ihrer erbe- ~ ten baben, wenn nicht die Herren Doktoren, vielleicht in dunkler Vorahnung mancher vielleicht etwas unbequemen Frage, cs beliebt hätten, für alle Falle auch auf einen Rückzug bedacht zu sein, tnbem sie das ihre Selbsterkenntniß ehrende Bekenntniß ablegen, daß diese Untersuchungen einem Gebiete angehören ״auf dem sie fremd sind und auf welches sie eigentlich auch nicht hingehören." Das glauben wir ihnen gerne' — Nachdem ne uns ihre Experimente auf diesem ihnen fremden Dersuchsfelte voraeführt, hätte es ja dieser confessio pura gar nicht bedurft — wenn nicht zum Erweise dessen, daß auch sie sich fremd auf diesem Gebiete glauben. Denn die ganze Weife ihres Auftretens auf diesem ihnen doch fremden Boden verrieth dies Bewußtsein so wenig, litt so wenig an den Mängeln, die einem ersten Debüt sonst anzuhaften t siegen, wie Schüchternbeit u. s. w. — daß nur nie zu dieser Vermutbunz gelangt wären. Das wüßten wir freilich ohne ihr Gcständniß nicht. Sechsundsechzig Männer, im Besitze aller Ehren, Würden und Rechte eines voctoris Med. etc., verlassen aber ganz gewiß nicht ohne ganz besonderen Grund den sicheren, Zahre hindurch angebauten Weg ihrer Studien, um eine ihnen ganz fremde Bahn zu betrtten, die ihnen doch, wie sie sich sagen muffen, die Gefahr bringt, sich ganz gründlich zu^verirren und so die von dem Elaborate auf S. 6 unternommene Bcwc:sfül׳rung über das Thema: ״wie weit die Verirrungen des menschlichen Verstandes geben können", mit einem ferneren selbsterprobten Argumentum zu bereichern; einen Steg, auf welchem sie, wie sie selber sagen müffen, ״eigentlich auch nicht hingehören", das heißt ja wohl, zu welchem ״der ärztliche und humanitäre Standpunkt", von welchem sie ausgehen wollten, nicht hinleitet. Ein solch' heroisches Dvfer kann nur ein sehr zlvingender Grund berechtigen. Und welches mag dieser Grund sein? Das ist das Näthsel — vielleicht aber läßt uns der weitere Verlauf des Elaborats so glücklich fein, die Lösung zu finden, und wir setzen darum die Lektüre desselben fort.

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