Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 15 (1868-1869)
- Issue
- Heft 2 (Januar 1869)
- Date
- 1869-01-01
- Page
- – (sequence 24)
- Language
- German
- Belongs to
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104 86 Wiener Aerzte contra die Beschneidung. düng sehr wohl zugeschrieben. Dieser entgegen stehenden Ansicht wird aber im g anzen Elab oraste keiner Erwähnung gethan, geschweige denn sie zu widerlegen versucht! Vielmehr sind die Herren Aerzte zunächst der seltsamen Meinung, daß man nach dem Grunde der Uebung der Desckncidnng sie befragen werde, und so müssen wir uns gedulden und ihre historisch-theologische Beantwortung dieser Frage mit in den Kauf nehmen. Sie fahren nämlich fort: ,,und fragt man, warum sie dennoch geübt werde, so muß daraus geantwortet werden, daß Herkonwten und Ueberlieferung sie gebieten; denn bis jetzt ift es noch keinem jüdischen Gelehrten gelungen, ohne Sophist!!, zu beweisen, daß der Akt der Beschneidung ein Togma des Mosaismus sei. Drr wollen uns hier nicht auf ein Feld begeben, auf welchem wir fremd sind, und auf welches wir eigentlich auch nicht hingehören; aber wir können es nicht unterlasien einen löblichen Vorstand auf den Widerspruch aufmerksam zu machen, in den unsere Seelsorger durch ihre Auffassung mit dem. Stifter und Gesetzgeber unserer Religion, mit Moses selbst, gerathen. ^äge der Kern der mosaischen Religion und des Judenthums wirklich und vor Allem in der Beschneidung, dann wären unsere Voreltern, von denen wir Alle unmittelbar abstammen, keine Juden gewesen; da Moses während der 40jährigen Wanderung durch die Wüste die Ausübung der Beschneidung aus Sanitäts- oder Lpportunitätsgründen untersagte." Wir überlassen es den ״jüdischen Gelehrten", den ihnen vindicirten Widersinn der Auffassung einer nach dem Gebote des G esetzes zu vollführenden That. als eines Glaubenssatzes, des Aktes der Beschneidung als eines ״Dogma des Mosaismus", zurückzuweisen und für ^>ie Reservation: ״ohne Sophlsnt" ihren verbindlichsten Dank abzustatten. Bitten aber würden wir die Herren Doktoren, die auf die Frage nach dem Grunde der Uebung der Beschneidung sich nur zu antworten wlsien, ״daß Herkommen und Ueberlieferung sie gebiete", doch einmal nachzusuchen in dem Repositorium ihres Gedächtnisses, vielleicht gelingt es ihnen, sich eines alten Buches zu entsinnen — alte Zugendreminiscenz! — in welchem Ausspräche sich vorfiudcn sollen, wie z. B. ״Da sprach Gott zu Abra- Ham: Und du bewahre meinen Bund, du und deine Nachkommen nach dir, für ihre Geschlechter. ״Dies ist mein Bund, den ihr hüten sollt, zwischen Mir und euch und deinen Nackkommen nach dir: beschneidet euch alles Männliche. So sollt ihr beschneiden das Fleisch eurer Vorhaut, dies sei zum Zei-