Mannheim
Compact Memory

Jeschurun · 1869-01-01 · Heft 2 (Januar 1869) · page 16

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
15 (1868-1869)
Issue
Heft 2 (Januar 1869)
Date
1869-01-01
Page
– (sequence 16)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
91% known words query
IRI
…/2932754-2933206-2933209--11352-2968849
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

96 Die Hypothesen der Bibelkritik. ״die Gewährung eines sinnlichen Genusses vor, wie es ״doch sein müßte, wenn ״ ריח ניחיחein angenehmer Geruch" bedeu- ,/en sollte. Ein einziges Mal heißt es: ונחה שלחנך מלא דשן (Job. 16 ,36״). Allein auch da, und gerade da dürfte es ebenfalls nur ״Ausdruck für die geistige Befriedigung sein." *) Es unterliegt dem- ״nach keinem Zweifel, daß die substantivische Pielform: ניחוח die Be- ״fn^igung der Wünsche, des Strebens eines Andern bedeutet. "ריח ניחוח hieße also: der Geruch der Befriedigung, der Willens- ״erfüllung, Nicht daß der Geruch an sich angenehm wäre. — ריח rad. "רוח: Wind. Erwägen wir die Erscheinung, daß רחים die Mühle ״bedeutet, so ergibt sich, daß ריח nicht zunächst die Sinnesthätigkeit ״des Riechens, sondern die Eigenschaft des den Duft verbreitenden ״Gegenstandes bedeutet. Die Mühle ist ja §in Werkzeug, um einen ״Gegenstand möglichst fein zu pulverisiren. הי־יח heißt daher riechen, ״weil mit dem Geruch die feinsten Theilchen eines Gegenstandes ״ausgenommen werden. Nur dasjenige gewährt Geruch, wovon sich ״feinste Theile ätherisch verflüchtigen. Geruch ist derjenige Sinn, ״mit welchem feinste Theilchen ferner Gegenstände in unmit- ״telbare Berührung kommen. Während der Geschmack- und Tast- ״finn nur die Gegenstände selbst in unmittelbarer Berührung wahr- ״nehmen, Gehör und Gesicht nur Wirkungen von den durchaus ״fern bleibenden Gegenständen empfinden, steht der Geruchsinn in ״der Mitte. Die Gegenstände bleiben fern wie beim Gehör und ״Gesicht; allein Theilchen von ihnen müflen den Sinn berühren, ״wie beim Geschmack- und Tastsinn. Daher wird י־יח, der Geruch, ״auch von den leisesten Wahrnehmungen gebraucht: טייח מים יפריח ״(Job, 14, 19), vom ״Geruch" des Waffers blüht die abgestorbene ״Pflanze wieder auf; ,״ מרחוק יריח מלחמרdas Roß ״riecht" von ״ferne den Krieg. Bedeutet somit ריח allgemein: Wahrnehmung *) Auch Ewald (e. poet. Bücher d. A. T. III. Th. Gött. 4836 S. 313) erklärt die angeführte Stelle in Job in diesem Sinne, indem er die Worte ״ ונחח שלחנךdie Ruhe deines Tisches" übersetzt. Will man übrigens das Wort ונחח auf Me Rad. נחת zurückführen, so kann jene Stelle in Job der obigen Interpretation ebenfalls nicht entgegengestellt werden, da נחת als Derivat vom Ztw. נחח für die Auffassung des Wortes ניחוח gar nicht in Betracht zu ziehen wäre.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.