Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 15 (1868-1869)
- Issue
- Heft 2 (Januar 1869)
- Date
- 1869-01-01
- Page
- – (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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Bon Dr. I. Gugenheimer. 89 ^vom Flachs. Die Jugend heißt deßhalb נעורים, weil sie die Zeit ״ist, in welcher das junge Menschenwesen eigentlich aus sich selbst ,heraus wachsen will. Weder gute noch böse Eindrücke hasten fest ״an. ihm, die Menschennatur ist noch in ibrer Eigeuthümlichkeit da, ״noch nicht mit dem Gewände der Heuchelei umkleidet, schüttelt noch ״gute und böse Eindrücke ab. Von der Jugend wird wohl Man- ״ches geschehen, was böse ist, weil sie noch nicht gewohnt ist, sich ״unter עול מצוח, unter das Gebot der Pflicht zu beugen, weil sie ״noch in der Selbstbeherrschung und in dem Pflichtgehorsam ein ״Joch erblickt, das ihre zur Selbstständigkeit emporstrebende Natur ״abschüttelt". Allein eben in dieser nicht leicht zu überwindenden ״Willens-Selbstständigkeit, die bei der Unreife der Erkenntniß aller- ״dings als Eigensinn erscheint, wurzelt der ganze künftige sittliche ״Mann. Wie Gott sich Israel erwählte, nicht weil es das gefügigste, ״sondern weil es das hartnäckigste Volk ist, weil, wenn diese Hart- ,,näckigkeit einmal überwunden und für das Gute gewonnen (wie ״geschahen), es dann dieselbe Hartnäckigkeit und Selbstständigkeit ״im Guten bewähren werde: ganz so hat Gott jedem Menschen, ״um der künftigen Charakterfestigkeit im Guten willen, das Princip ״der Selbstständigkeit eingepflanzt. In der Jugend äußert sich diese ״allerdings als נעורים, schüttelt die Zügel ab, beugt sich nicht willig ״unter sie. Wenn aber die Erkenntniß reif., daß das bisher als ״Beschränkung angesehene Pflrchrgebot in der That zur Freiheit führt ״und die wahre freie Menschennatur sichert, dann ist es gerade die ״Jugend, die sich für das Ideal des sittlich Reinen und Edlen be- ,,geistert, und Vorsätze für die höchste Hingebung und Aufopferung ״an das Höchste und für das Höchste faßt. Nicht die Jugend, das ״Alter ist es, wo Eigennutz und Wollust und Habsucht, wo die ״böse" Klugheit, die als Weisheit gilt, die Ideale des Guten, ״Edeln und Erhabenen als ״Jugend-Träume" verlachen lehrt. Das ״Alter ist ׳es in gewöhnlichen Zeiten, wo das "ע^" seine eigentlichen ״Erndten feiert. Eine Zeit vielmehr, von deren Jugend man schon ״sagen könnte, daß sie das Schlechte mit Bewußtsein als Schlechtes ״als יצר לבם, als Ideal ihres Herzens anflrebe, das wäre aller- ״dings eine Zeit, die ein zweites מפול fordern würde. Allein dies ״wäre nicht der normale, sondern d^ abnormste Zustand. Es heißt ״daher hier: ״wenn auch das Gebilde des Herz-ns des Menschen