Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 15 (1868-1869)
- Issue
- Heft 2 (Januar 1869)
- Date
- 1869-01-01
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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88 Don Dr. I. Gngenheimer. Wenn man aber auch im Sinne der Synhedrin 108» »der Bereschit rabba 28, 8 ausgesprochenen Auffaffung den 12. V. alS Hindeutung auf eine auch bei den Thieren eingetretene Degeneration erklären will, so ist dennoch durchaus kein Grund zur Annahme der von der Bibelkritik behaupteten Unvereinbarkeit der Angaben vor- Händen, da dieser Auffaffung gemäß der 12. V. des 6 K. den frü- Heren Angaben nicht widerspricht, sondern nur das auch durch die Depravation der Thierwelt eingetretene Fortschreiten der Verderb׳ niß darstellt. Auch in 8, 21 kann kein Widerspruch mit 6, 12 erblickt werden, denn obleich hier die auch bei der Thierwelt entstandene Verderbniß geschildert wird, so kann doch bei einer unbefangenen vernünf׳ tigen Auffaffung keineswegs hierin sondern nur in der bei den Menschen eingetretenen Sittenverderbniß der Grund der in der Sündfluth gelegenen Strafe gefunden werden. Durch den vorliegenden Commentar wird die erwähnte Annahme der Bibelkritik sogar vom etymologischen Gesichtspunkte zurückgewiesen, da (auf Grund der zu 3, 17 erörterten Bedeutung des Wortes בעבור) gezeigt wird, daß durch die Worte בעבור ד,ארם der Ln der geistigen und sittlichen Rettung des Menschen liegende Zweck der durch die Sündfluth herbeigeführten Katastrophe dargestellt ist. Auch die fernere Annahme der Bibelkritik, daß nach 6, 3 ״das ״menschliche Lebensalter auf 120 Jahre herabgesetzt worden sei," ist unrichtig, da in dem angeführten V., wie bereits in der unter dem Namen Thargum Jonathan bekannten Paraphrase und von Raschi, Jbn Esra, Ralbag gezeigt wird, nicht die menschliche Lebensdauer sondern die Frist fixirt wird, die der Menschheit vor der Sündfluth zu der die Reinheit des Menschen bedingenden Unterordnung des für die Sinnlichkeit empfänglichen Leibes unter den zum Richten des Menschen in den Menschen gelegten Gottesgeist gesetzt wurde; wir werden auf die im vorl. Comm. sich befindende Begründung noch zurückkommen. Ebensowenig liegt in K. 7, 2. 3. 8, wonach Noah von den reinen Arten der Vierfüßler und Vögel je fiebert Paare in die Arche genommen hat, ein Widerspruch mit der 6, 19. 20 enthaltenen Angäbe. Denn in Bezug auf die Thiere im allgemeinen, von denen an letzterer Stelle die Rede ist, heißt es: ״sie werden zu dir ko mmen (יבאו אליך); in Bezug auf die reinen Thiere aber: ״Du sollst 6*