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Jeschurun · 1868-10-01 · Heft 1 (Oktober 1868) · page 68

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
15 (1868-1869)
Issue
Heft 1 (Oktober 1868)
Date
1868-10-01
Page
– (sequence 68)
Language
German
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68 Angela. > noch weiter. Doch der Herr Collega trat mit anmuthiger Verbeugung zurück. ״Nach Ihnen, Verehrter, nach Ihnen." ״Nein, das thu' ich durchaus nichr, das Lhue ich um keinen Preis!״ ״ O, bitte, bitte, ich als der Jüngere würde mir eS nimmer ver׳- zeihen, wollte ich meinem hochverehrten Herrn Amtsbruder den Vortritt nicht lassen." ״Aber der Herr Collega sind mein werthgcschäyter Gast, würde ich voran schreiten, das hieße ja das heilige Gasirecht schmähliL schänden." Die Herren kamen endlich überein, zu gleicher Zeit, Arm in Arm, die Pforte des Hauses zu durchschreiten. Doch ein neuer Streit entspann sich nun, als der Hausherr die Tlsiir seines Sludirzirmirers öffnete uns diese, etwas schmäler, den glcichreirigeu Cintritt der edlen Herren nicht gestattete. Innerhalb zehn Minuten mußten sie sich jedoch über diese wichtige Streitfrage wohl verständigt haben, denn nach Verlauf dieser Zeit befanden 'sie sich endlich wohlbehalten in dem mit Eleganz und Comfort ausgcnattcten Gemach. Tie Herren warerr seit -,.-ז - -a a־.S .UTCII L < f י, U mnr und befreundet, was cot gleichem Beruf -und gleicher! Ansichten leicht erklärlich erscheint׳ es war daher stets für Leide -׳ine Freude, sich' von Zeit zu Zeit in ihrer, kaum eine halbe Tagereise von einander entfernten Wohnorten Besuche abzustattcn. Nachdem die unerläßlichen Frenndschattsbegrüßungen und Erkundigungen nach dem wenden Lesinden und dem der werthen Familie rc. ausgetauscht waren, ließ der Hausherr Wein und Pfeifen bringen, bat den werthgeschätzten Gast, es sich sc behaglich als mözlich zu machen, und ging selbst darin mit gutem Beispiel voran. Den eleganten, eng anschließenden Frack vertauschte er gegen einen beguemeu Schlasreck. reichte dem Freunde einen brennenden Fidibus, zündete auch sich eine langes Pfeife an . füllte den perlenden Wein in die blinkenden Gläser und stieß mir dem Freunde an ani ewige Dauer ihrer Freundschaft. Beide leerten die Glaser, der Hausherr schenkte von Neuem ein und bald waren die Herren in trauliche Unterhaltung vertieft. ״Freundschaft, Wein und Pfeifen--— es giebt doch nichts Herr' lichercö auf dieser Welt!" bemerkte der Gast, indem er einen Herz-

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