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Jeschurun · 1868-10-01 · Heft 1 (Oktober 1868) · page 67

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
15 (1868-1869)
Issue
Heft 1 (Oktober 1868)
Date
1868-10-01
Page
– (sequence 67)
Language
German
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von tz... 67 warum sollte nun aber ich gerade gegen einen Anhänger des TalmndS intolerant sein?" ״Gnädige Frau find demnach in der That entschlossen, Ihr liebes Kind auch ferner von jenem Heller unterrichten zu lassen." ״So lange er mir durch sein Benehmen nicht Anlaß zur Un- Zufriedenheit gibt, allerdings; denn seine Unterrichtsmethode muß tadellos sein, das weiß ich durch meinen Mann." Der Doktor rieb fich die Stirn, ein tiefer Seufzer entrang fich seiner Brust. ״Der Beruf eines Seelsorgers ist schwer und oft sehr undankbar. Die Gnädige wollen indeß wenigstens meinen Eifer eiitsckuldigen; ich habe es jedoch als meinen Pflicht betrachtet, eben weil der Herr Gemahl einem andern Glauben fich zugewendet, der Gnädigen mit Rath und That zur Verfügung mich zu stellen. Ein verbindliches Lächeln der Gnädigen, das doch nicht ganz ftei von einem ironischen Anflug war, lohnte die Berufstreue des Doktors; doch dieser empfahl fich bald darauf höchst mißgestimmt, daß er den Zweck seines Besuches verfehlt. Am liebsten hätte er den Hut tief in die Stirn gedrückt und wäre nach Hause gerannt; aber seine Amtswürde wußte er zu wahrer!, das betrachtete er auch als heiligste Pflicht und darum lagerte bald wieder saloungsvolle Milde auf seinem schalen Antlitz und gemessenen Schrittes trat er den Rückweg an. Aber in seinem Innern kochte es and er schwur fich, nicht zu ruhen und nicht zu rasten, bis der freche Mensch, der es gewagt, anderer Anficht zu sein als er, seiner wohlverdienten Strafe «legen. Bald hatte er seine Wohnung erreicht und war eben im Begriff, die Hausthür zu öffnen, als ihn ein ״freundlichen guten Abend, «ein verehrter Herr Collega!" fich umzuwenden veraulaßte. ״Ach mein werther Herr Collega! welch' freudige Ueberraschung, sein Sie willkommen, von ganzem Herzen willkommen!" Die Herren drückten und schüttelten einander die Hände, um ihre innige Freundschaft zu dokumentiren. ״Ach, ich muß viel tausendmal um Entschuldigung bitten, im llebermaß meiner Freude habe ich ganz daran vergessen, daß wir uns noch unter Gottes freiem Himmel befinden. Bitte, treten Sie kin mein werther Herr Collega" und er öffnete die schon offene Thür

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