Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 15 (1868-1869)
- Issue
- Heft 1 (Oktober 1868)
- Date
- 1868-10-01
- Page
- – (sequence 54)
- Language
- German
- Belongs to
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54 Rundschau im Gebiete jüdischer Interesse«. gen, in ihren Reden und Schriften. — Nur durch energische-, einmüthiges Auftreten vermögen wir unS und unsere Kinder dem Zudenthume zu erhalten. Der Zufall führt unS gleichzeitig zwei Pamphlete zu, die einen traurigen Beleg zu dem Vorstehenden bieten. — Daeine ist betitelt N^iZtorieal and critical Commentary on Leviticus. By Dr. Kalisch“, das andere ״Mahnwort an die Juden Berlins zur bevorstehenden Rcpräsentanten-Wahl und Rabbinerberufung, von Adolph Hepner." — Beide enthalten leider nichts Neues, zeichnen sich aber durch eine Offenheit in der Darlegung der ״religiösen Ueberzeugung" ihrer Verfasser aus, welche Nichts zu wünschen übrig läßt. — Dr. Kalisch erklärt offen — unter wissenschaftlich sein sollender Begründung — Offenbarung, Bibel, Prophetie für eitel Ammenmahrchen, entblödet sich z. B. nicht, selbst die Offenbarung am Sinai, die Prophetie im 6. Capitel Jesajah mit Hohn und Spott zu überschütten und das Gebet, den Glauben an eine göttliche Gerechtigkeit als verderblich zu bezeichnen. Wir müssen, um nicht vollendete Gotteslästerungen niederzuschreiben, darauf verzichten, Belegftellen anzuführen und fügen nur als Probe an, was er über die letzten sagt: »not only do the good works thus lose their chief merit . and grace, not only do they cease to be the brightest glory and the most precious gern of man’s life, they contribute to foster both egotism and superatition.“ ״Nicht allein vexieren die guten Handlungen, dadurch ihren vornehmlichsten Werth, nicht allein hören sie auf den glänzendsten Ruhm und die köstlichste Zierde demenschlichen Lebens auszumachen, vielmehr tragen sie dazu bei Etgensucht und Aberglauben zu nähren." Zn Parenthese sei bemerkt, daß in der ״Mg. Ztg. d. Zdths." dieses Kalisch'sche Werk sehr gerühmt ist. Das Hepnerssche Opus verschmäht — schon seines Zweckewegen — jeden Versuch irgend einer Beschönigung. Zn plumper, grober Gestalt läßt es die schändlichsten Lästerungen erschallen, macht sich über Gott und die Tbora lu׳"dg, denuncil^ die letztere, z. Bals heidnisch, schimpft auf die Orthodoren und — eifert für die Wabl des Dr. Geiger in Frankfurt a. M. zum Berliner Rabbiner. Etwas Gemeineres als diese beiden Schmähschriften enthalten,