Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 15 (1868-1869)
- Issue
- Heft 1 (Oktober 1868)
- Date
- 1868-10-01
- Page
- – (sequence 40)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 95% known words query
- IRI
…/2932754-2933206-2933208--11295-2968791- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
40 &07petei: Heinrich Hein« mfb dar Judenthum. können. Gar viele Anklänge einehebräischen Unterrichtfind aller« dingin den Schriften Heiners zu finden, aber eine- Unterricht-, welcher von den was man sich gewöhnlich bei diesen Worte denkt, unendlich verschieden ist. Wie vom Erzvater Abraham überliefert ist, daß er, polytheistisch erzogen, aus der Unmöglichkeit, daß hölzerne und steinerne Bilder Gott sein könnten, die Wahrheit des Monotheismns eruirte; so hatte Heine, was er vom Zudenthume wußte, aus demjenigen gelernt, was ihn über das Gegentheil des Judenthums gelehrt wurde׳ immerhin aber war er jedoch ein weit besserer Schüler seiner Lehrer als unser Ahnherr Abraham. Was der Herr Vers, über den Studiengang Heine's sagt, ist vollkommen wahr; nur, wie uns unmaßgeblich bedünkt, nicht umfassend genug. Jedenfalls war Samson Heine nicht der Mann, der seinen Kindern eiue so feste Grundlage jüdischen Wissens und jüdischer Ueberzeugung ins Leben mitgegeben haben sollte. Hier ist, nach unserem Da׳ fürhalten, Herrn Samson Heine eine zu große Ehre erwiesen; wir glauben, daß dieser bei seinen Kindern weder eine feste noch eine lockere Grundlage des Judenthums zu bilden bemüht war; Alles, was wir von ihm wißen, scheint uns darauf binzudeuten, daß ihm die Religion etwas sehr Gleichgültiges gewesen ist, daß er sich durchaus den Kopf nicht darüber zerbrach ob seine Kinder Juden oder Christen wurden, oder, wie ein englischer Schriftsteller sehr witzig sagt, dem weißen Blatt zwischen dem alten und dem neuen Testamente glichen. ״Mit einer solchen Erziehung vom Vaterhause wurde der Dichter auf die Univerfität geschickt, wo er im Umgänge mit christlichen Studenten das Judenthmn ganz vergaß." Auch diese Worte möchten wir nicht so twe fit dastehen »ntrrfchrerben. Sein Umgang mit christlichen Studenten wird, glauben wir, seinem Inthume wenig geschadet haben; der Unterschied in religiöser Beziehung zwischen ihm und seinen christlichen Genoffe« halten wir für sehr unbedeutend Ln dieser Zeit. Umgekehrt glauben wir, daß er t« dieser Zeit anfing mit dem Zudenthume bekannt zu werde«, nicht, wie Vers, meint, ״bei seinem späteren Aufenthalte in Berlin," wenigstens, wenn diese Worte so zu verstehen find, daß in dieser Zeit zum ersten Male ״die verschiedenartigsten religiösen Einstuffe auf de» jungen Dichte einwirktm." Wir führen für unsere Meinung dir