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Jeschurun · 1868-10-01 · Heft 1 (Oktober 1868) · page 37

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
15 (1868-1869)
Issue
Heft 1 (Oktober 1868)
Date
1868-10-01
Page
– (sequence 37)
Language
German
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Don Samuel A. Hirsch. ZH ist, und was Karrikatur desselben; er allein weiß das Wesen und eine zufällige Erscheinung desselben auseinander zu haften; versteht es, wo der Gegner das Wesen zu treffen meint während er doch nur eine solche zufällige Erscheinung desselben geißele; weiß es zu beurthei: len, wo im Lager der Gegner Unkraut gerflegt wird, während man Wahres und Gutes zertritt. Ehrfurcht vor den jüdischen Gesetzen ist dem Biographen Heine's so nothwendiz wie sittlicher Charakter. Ein Mensch, dem sittliches Gefühl abgeht, wird in Heine sofort einen Genossen begrüßen, sich ihm der Thal und dem Geiste nach ebenbürtig achten, und ihn nur als den Dichter über nch anerkennen, der dem Schlüpfrigen eine elegante, witzige, poetische Gestalt zu verleihen wußte. Ebenso wird der Berückter der jüdischen Gesetze Heine ohne Weiteres als seiner Zunft angebörig betrachten. Denn es mag varado; scheinen oder nicht, es gicbt keine religiöse Richtung, welche so viele Ketzerriecher zu ihren Mitgliedern zählt, als gerade diejenige, welche der streng frommen jüdischen gegenüberstebt. Da i'׳ es häusiz interesiant zu sehen, w-ie bei den frühesten Heroen im Gebiete der Tbalmudwisienschaft nach einem Gedanken, einer Sentenz, häufig nach einem Worte gespäht wird, das zum Hineinconjekturiren moderner Meinungen in den Kopf jenes Gelehrten einen vermeint-- lichen Anlaß bieten kann. Dann brüstet man sich mit diesem Triumphe der modernen Anschauung, wie sie bereits, freilich versteckt, und durch die Fülle einer Gelehrsamkeit, welche die heutigen Aufgeklärten nicht belästigt, fast verwischt, bei jenen Männern des ausschließlichen Thorastudiums doch als in der Asche glimmender Funke sich vorfindel Dann wird jener Mann erst wabrlich groß genannt, der seinem in unnützem Grübeln befangenen Zeitalter vorausgeeilt sei, und sich vielleicht zu der hohen Bildungsstufe feines heutigen Beurtheilers emhorgeschwungen hätte, hätte er nm der! Mutb besesien, seinm Thalmud beiseite zu schieben, die Erfüllung der in demselben enthaltenen Vorschriften aufzugeben, und sich der ״Humanität", der Bildüng, der Phrase, der Perfiachung ganz in die Arme zu werfen. Dann ist aus einem unschuldigen Satze manchmal ein Geistesver- Wandler jener Redner und Philosophen der neuen Aera im Inden; thume construirt; dieser Satz, ja dieser allein gibt uns Einsicht in die wahre Seelen-Beschaffenheit jenes Gelebrten; und ob auck tausend andere Sätze jene Auffaffung dieses einen mit deutlichen Wor-

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